Rechte, Lizenzen, Verträge & Co. für deine Texte

Rechte an Texten

[Aktualisiert am 10. Februar 2023.]

Du textest nicht einfach nur Texte.
Du erstellst kreative, künstlerische Werke, die auch dementsprechenden Schutz und Wertschätzung von beiden Seiten verdienen.
Und: Du solltest für diese Werke auch entsprechend entlohnt werden, oder?

Von daher ist es wichtig, sich als Texter:in über die generellen Rechte für Texte im Klaren zu sein.

Bedenke:
Ein Werk ist immer die manifestierte Idee des Urhebers.

Was damit konkret gemeint ist?

Jede:r Texter:in sollte seine:ihre Texte, die er:sie verkauft, egal in welcher Form, schützen.
Denn wie ein Text im Endeffekt genutzt wird, liegt nicht grundsätzlich in der Hand des Käufers.

Welche Möglichkeiten und Rechte du dabei als Texter:in hast und warum du diese in einem Werk- bzw. Lizenzvertrag festhalten solltest, erfährst du in diesem Artikel.
(Auch wenn ich natürlich als Nicht-Anwalt keine rechtlich gültigen Empfehlungen geben kann/darf.)

Warum und wofür ist ein Werkvertrag überhaupt notwendig?

Erst einmal will ich dir für deine Sichtweise des Werts deiner Hilfe auf dem Markt als Texter:in Folgendes ans Herz legen:

Texter erstellen keine random Buchstabenfolgen als Produkt, sondern künstlerische Werke.
Halte den Wert deiner künstlerischen Werke also stets hoch, dann werden sie auch als solche wahrgenommen. (Wenn du selbst nicht hinter diesem Wert stehst, kann das auch ein offizieller Vertrag nicht kitten.)

Ein Werkvertrag nach § 631 BGB liegt vor, wenn sich ein Unternehmer (also du als Auftragnehmer) zur Erstellung eines bestimmten Werks verpflichtet und dafür vom Auftraggeber bezahlt wird. Der Unternehmer muss einen im Vertrag definierten Erfolg erreichen und nicht einfach nur eine Dienstleistung erbringen.
(Achtung: Der „Erfolg“ bspw. eines Buches als künstlerisches Werk wird jedoch nicht in tatsächlichen Absatzzahlen o. ä. definiert, da das wiederum im Ermessen des Auftraggebers liegt.)

Unterschied eines Werkvertrags zu bspw. einem Dienstvertrag:

Beim Dienstvertrag verpflichtet sich der Beauftragte zum generellen Tätigwerden (z. B. im Angestelltenverhältnis) und die Bezahlung erfolgt unabhängig vom erzielten Erfolg. ( = ein „Dauerschuldverhältnis“)

Der Werkvertrag hingegen verpflichtet zur Erstellung eines Werks ( = ein „Zielschuldverhältnis“) und die Entlohnung erfolgt nach Fertigstellung und Abnahme (typisch bei Freelancer-Tätigkeiten).

(Deswegen ist es als Texter:in ja auch nicht sinnig, nach Stunden abzurechnen, da hierbei nicht die Werkerstellung, sondern das generelle Tätigsein (als Dauerschuld) entlohnt werden würde.)

„Mängelfeststellungen“?

„Mängelfeststellungen“ gibt es bei Werkverträgen zu künstlerischen Werken natürlich auch.
Ob bzw. wann ein Mangel besteht, ist jedoch keine subjektive Sache (ob der Text gefällt oder nicht), sondern wird im Werkvertrag exakt definiert und kann auch nur auf dieser Basis festgestellt und eingefordert werden.

Bspw. können werkvertragliche Leistungen sein:
Textlänge, inkludierte Leistungen, Lieferart, Nutzungsrechte, Abgabe- und Zahlungsfristen etc.

Urheberrecht & Verwertungsrecht für Texte

Grundsätzlich ist allein der Urheber, (d. h. du als Texter:in), im Besitz des sogenannten Urheberpersönlichkeitsrechts.
Von daher hast generell auch nur du das alleinige Verwertungsrecht.

Das bedeutet, dass du als Urheber grundsätzlich allein entscheiden kannst, wann und in welcher Form dein Werk veröffentlicht, vervielfältigt bzw. verbreitet wird.

Innerhalb dieser zwei Rechte für Texte (laut Urheberrechtsgesetz – UrhG) sind folgende Rechte für den Urheber enthalten:

  • Veröffentlichung
  • Anerkennung der Urheberschaft
  • Entstellung des Werkes
  • Vervielfältigung
  • Ausstellung
  • Vortrag, Aufführung und Vorführung
  • öffentliche Zugänglichmachung
  • Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger

Rechtlich gesehen kann dieses Verwertungsrecht auch nicht abgetreten (also verkauft) werden. Aaaaber … lies weiter:

Lizenzvertrag mit Nutzungsrechten

Allerdings kann ein:e Texter:in Dritten (d. h. deinem Kunden/Käufer) durch in einem Lizenzvertrag genau festgelegten Nutzungsrechten erlauben, das von ihm erstellte/überarbeitete Werk zu nutzen.
(Was auch in einem Werkvertrag festgehalten werden kann.)

Grundlegend ist dabei § 31 UrhG.

(„Überarbeitet“ deswegen, da nicht nur eine komplette Texterstellung einem Urheberrecht unterliegt, sondern potenziell auch ein lektorierter Text – je nachdem wie tiefgreifend die Änderungen waren.
Übersetzungen zählen übrigens nach dem deutschen UrhG bereits dazu.)

Die in einem Lizenzvertrag enthaltenen Parameter bestimmen eine Nutzung vom Käufer exakt in Bezug auf örtliche, zeitliche und inhaltliche Einschränkungen, (wobei ein zeitlich festgelegter Faktor 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers nicht mehr greift).

Es gibt auch ein Nutzungsrecht ohne Einschränkungen.
Das ist ein sogenanntes ausschließliches, d. h. uneingeschränktes Nutzungsrecht – das, was z. B. die meisten Self-Publisher wählen und den höchsten finanziellen Ausgleich für den:die Texter:in/Lektor:in bringt.

Bei regulären Contenterstellungen sind in einem Grundpreis meist nur einfache Nutzungsrechte enthalten, wodurch der Urheber seine Texte stets auch selbst weiterverwenden darf.
Diese Option wird zu fast 100 % für die Erstellung von z. B. Blogartikeln oder Evergreen-Content genutzt.

Einschränkungen

Pst! Auch wenn du keinen Vertrag mit deinem Kunden über jegliche Verwertungsmöglichkeiten deines Textes abgeschlossen hast, greift die sogenannte Zweckübertragungstheorie:
Ein Text, der bspw. für eine Website erstellt wurde, kann dann nicht einfach auch noch für Druckmedien wie Broschüren o. Ä. verwendet werden.

Pst 2! Auch wenn du bspw. eine solche Nutzungsverletzung mitbekommst, solltest du nicht gleich von einer Böswilligkeit deines Kunden ausgehen.
Die meisten wissen schlichtweg nicht, welche Rechte sie an einem gekauften Text haben.
(Um das gleich von Anfang an auszuschließen, empfehle ich dir, in einem ausführlichen Briefing die gewünschte Nutzung abzufragen und auch in deinen Preis einzuberechnen. Der Kunde weiß somit gleich, wofür er bezahlt und was er bekommt.)

Andere Beispiele zur Verdeutlichung

Beispiel Fotograf

  • Ein Fotograf schießt Bilder zum Testen, die nicht im Kundenauftrag entstanden sind.
  • Der Fotograf verkauft diese Bilder mit Verwertungsrechten für andere an eine Bilddatenbank, (um für sich Werbung zu machen).
  • Diese Bilder sind preislich für jeden leistbar – sind jedoch Stockfotos, die tausend andere auch verwenden können.
  • Wenn jemand exklusive Fotos haben möchte, muss er bei dem Fotografen einen Auftrag mit ausschließlichen Nutzungsrechten für die Fotos anfragen, die dann weder er noch andere verwenden dürfen.

Beispiel Ghostwriter

  • Ein Unternehmer engagiert einen Ghostwriter, da er selbst zwar die Ideen für ein Buch, aber nicht das Handwerkszeug oder Talent zum Schreiben hat.
  • Da der Unternehmer selbstverständlich will, dass er alleinig über die erstellten Texte verfügen kann, erwirbt er in einem Lizenzvertrag mit dem:der Texter:in ein ausschließliches bzw. uneingeschränktes Nutzungsrecht.
  • Andernfalls könnte der Ghostwriter die erstellten Texte auch für andere Aufträge (z. B. in Teilen für Blogartikel) weiterverwenden.

Letzteres ist übrigens auch gängige Praxis bei Verlagen.
Wenn ein Autor einen Vertrag mit einem Verlag eingeht, tritt er damit zwar nicht seine Rechte für seine Texte ab, räumt jedoch dem Verlag i. d. R. die ausschließlichen Nutzungsrechte ein, dass das Buch nicht auch bei einem Konkurrenten erscheinen kann.

Mögliche Beschränkungen von Nutzungsrechten

Sobald man bei einer Dienstleistung Nutzungsrechte am erstellten Werk mit verkauft, sollte man dies, wie gesagt, in einem Lizenzvertrag festhalten.
In diesem können Nutzungsrechte auch individuell eingeschränkt werden:

  • räumlich
  • zeitlich
  • inhaltlich
  • räumlich für bspw. nur bestimmte Länder (z. B. gängige Praxis bei Netflix, wenn es um Lizenzen für das Streamen von Filmen geht)
  • zeitlich für einen festgelegten Zeitraum bis zu einem bestimmten Zeitpunkt
  • inhaltlich zur separaten Vergabe einzelner Nutzungsarten, damit ein Werk vielfältiger genutzt werden kann – (sinnvoll z. B., wenn man ein Buch bei einem Verlag veröffentlichen will, sich aber die Möglichkeit für ein Hörbuch offenhalten will, da dies dieser Verlag nicht anbietet)

Die letztgenannte Beschränkung empfehle ich persönlich, da man damit eine umfassende wirtschaftliche Verwertung seines Werkes sicherstellen kann.

(Aus eigener Erfahrung: Ich kenne einen Autor, der einen Verlagsvertrag eingegangen ist, jedoch dies nicht berücksichtigt hat. Nun kann er sein Buch nicht als Hörbuch verkaufen, da dies der Verlagsvertrag ausschließt.)

Warum gibt es diese Rechte für Texte überhaupt?

Nun, einerseits, da ein Text wie auch ein Gemälde, ein Foto oder eine Grafik eine künstlerische Leistung darstellt und dementsprechend behandelt werden sollte.
Stichwort Wertschätzung.

Andererseits sind Kreative nicht nur auf die Vergütung ihrer Leistung an sich angewiesen, sondern auch auf den Schutz ihres Werkes mit einem potenziell zusätzlichen finanziellen Ausgleich.
Denn wenn bspw. keine ideelle Bindung an das erstellte Werk besteht, sollte dies lieber als Einnahmequelle und Investition in weitere kreative Werke genutzt werden.
(Übrigens ein wichtiger Teil deiner generellen Preisgestaltung als Texter:in.)

Fazit für dich als Texter:in

  1. Informiere dich umfassend über potenzielle Rechte für deine Texte.
  2. Verkaufe niemals einfach nur deinen Text als solches – er ist so viel mehr wert als nur eine beliebige Abfolge von Buchstaben.
  3. Verkaufe deine Dienstleistung nicht nur als Produkt, sondern als Gesamtleistung in der Form eines künstlerischen Werks. Frage die geplanten Verwertungsarten für deinen Text ab und erhöhe den Preis des Produkts gemäß individuell festgelegter Nutzungsrechte.
  4. Halte alles schriftlich fest: bei einfachen Aufträgen über deine AGB, bei komplexeren Projekten über einen Werk- oder Lizenzvertrag.
  5. Sobald du eigene AGB oder einen Werk-/Lizenzvertrag aufsetzt: Orientiere dich gern an Vorlagen oder Beispielen, aber passe diese unbedingt an dein Unternehmen und das jeweilige Projekt an.

Never just Copy-and-Paste!

Falls du dir bei einem speziellen Fall nicht sicher bist oder Hilfe benötigst, nutz super gern die Schwarmintelligenz der Community meiner privaten Facebook-Gruppe für Texter:innen.

Egal wo wir aufeinandertreffen werden: Ich freu mich auf dich!

Warum du als Texter:in unbedingt eine Nische brauchst

Metaphorische Nische als Texter:in „From the real experts”

[Aktualisiert am 26. März 2023.]

»Du schreibst leidenschaftlich gern und willst damit dein Geld verdienen?«
Super Plan!

»Du willst einfach irgendwelche Texte schreiben, um dein Konto zu füllen?«
Kein guter Plan.

»Du hast bereits ein paar Lieblingsthemen und Fachbereiche (aka Nische), in denen du dich gut auskennst?«
Lass uns genau hier anfangen.

»Commit to a niche,
and stop trying to be everything for everyone.«
ANDREW DAVIS

Warum ist eine Nische als Texter:in überhaupt sinnvoll?

Vielleicht hast du schon einmal von dem Begriff Nische gehört und kennst auch Texter:innen, die nur in einem bestimmten Bereich schreiben oder vielleicht sogar für eine bestimmte Nische bekannt sind.

Das ist genau das, wo wir hinwollen.
Eine eindeutige Positionierung,
jedoch nicht zwingend mit einer themen- oder branchenspezifischen Einschränkung.

Eine Positionierung kann so viel mehr.

Aber lass uns von vorn beginnen.

Ein Vergleich aus dem Alltag

Stell dir ein Restaurant vor, das zwar nach außen hin wie ein Business aussieht (mit Küche, Gasträumen, Servicekräften etc.), aber eigentlich nicht wirklich weiß, was es verkaufen soll, außer generell ESSEN, (also keine Nische hat).
Oder noch schlimmer, sich nicht traut, sich auf nur eine Art von Küche zu beschränken.
Ich spreche von den allseits bekannten „Asia-Burger-Pizza-Restaurants“.

Man geht dort vielleicht hin, weil es gerade keine Alternative gibt oder die Preise super günstig sind und einem die Qualität egal ist.
Aber wirklich zufrieden ist man mit dem Essen nicht, man wird einfach nur satt.

Wenn man aber einen richtig guten Burger oder eine wirklich authentische Pizza essen will, geht man in ein Burger-Restaurant bzw. in eine Trattoria, oder?

Gleiches gilt übrigens auch für den Koch eines solchen „Asia-Burger-Pizza-Restaurants“:
Da er so viele unterschiedliche und nicht zueinander passende Gerichte zubereiten muss, ist er bei keinem wirklich gut.

Das Ganze funktioniert nur, wenn die Gäste des Restaurants das Essen nur des Essens willen, also nur um satt zu werden, wertschätzen und ihnen Authentizität & Originalität nicht wichtig ist.

Genau das ist aber ein Fehler bzw. wahnsinnig schade um das ganze Business.

Ein Vergleich, der auch für dich als Texter:in gilt

Tja, genau das Gleiche gilt auch bei anderen Businesses, so auch bei uns Texter:innen.

Du kannst zwar nach außen wie ein:r professionelle:r Texter:in aussehen, weil du z. B. ein Gewerbe angemeldet hast.

Kunden kommen jedoch nur zu dir, weil sie vielleicht (gerade) keine Alternative haben oder du mit Dumping-Preisen um dich wirfst.
Oder weil du dich eben dort präsentierst, wo nur der Preis und nicht die Qualität zählt, wie z. B. auf Freelancer-Plattformen.

Die Texte, die du lieferst, sind vielleicht fachlich ganz in Ordnung, haben aber keine Seele und der Leser kann auch keine Leidenschaft für das Thema spüren.

Und du textest auch nur des Schreibens willen, (ganz weit weg von einer Nische), nur damit die Zeilen gefüllt werden und du den fertigen Text verkaufen kannst.

Wertschätzung von dir und von deinen Kunden für deine Arbeit: Fehlanzeige.

Kein Wunder!
Aber: Es geht auch anders.

Das 1×1 einer Positionierung als Texter:in

»Sei lieber ein großer Fisch in einem kleinen Teich
als ein kleiner in einem großen.«

… meint Malcolm Gladwell in seinem Bestseller „David & Goliath“.
Zu Recht.

Um gebucht zu werden, musst du herausstechen.
(Natürlich nicht über deinen Preis, das hatten wir ja bereits.)

Und um herauszustechen, musst du ein Alleinstellungsmerkmal haben.
(Und zwar ein so starkes, dass es deine Preise rechtfertigt.)

Dass es einfacher ist, in einem kleinen Teich als in einem großen herauszustechen, ist klar, oder?

Dass es noch dazu effizienter und effektiver ist, in einem eingeschränkten Bereich so richtig gut zu werden, hast du vielleicht auch schon privat erfahren:
–> Stell mal das Ziel, beim Snowboarden so richtig gut zu werden, dem Ziel, in jedem Wintersport von Snowboarden über Skifahren bis hin zum Eiskunstlaufen so richtig gut zu werden, gegenüber. 😉

Abgesehen davon, dass du dich also in einem kleinen Teich sehr viel schneller und dazu sehr viel aussagekräftiger präsentieren und hervorheben kannst, hat so eine engere Positionierung u. a. diese Vorteile:

  • Da deine Expertise klar umrissen ist, wirst du genau dort als Experte zugeordnet und damit als solcher eindeutig wahrgenommen. (Beste Rechtfertigung für höhere Preise.)
  • Als Experte für einen bestimmten Bereich hast du auch eine sehr viel größere Chance, als dieser gefunden zu werden. (Nicht nur als die Nadel im Heuhaufen bzw. als kleiner Fisch im großen Teich – da müsstest du schon sehr laut schreien, um überhaupt aufzufallen und gefunden zu werden.)
  • Wenn du in einem kleinen Teich unterwegs bist, hast du automatisch weniger Konkurrenz. (Quantitativ und qualitativ gesehen – da weniger Fische und eindeutige Expertise.)
  • Und mit weniger Konkurrenz wirst du auch in genau diesem Teich (nämlich DEIN Teich 😉 ) sehr viel schneller Erfolge einfahren – was dich wiederum motivieren wird, genau dort (sogar immer besser) weiterzumachen.

Falls du jetzt vielleicht doch einen Nachteil im Kopf hast:

Nein, mit einer Spezialisierung kappst du nicht deine Flexibilität.
Denn, dich in größere Gewässer vorwagen, kannst du jederzeit.

Beginnen musst du jedoch so klein wie möglich.
Damit du erst einmal genau dort so bald wie möglich so gut wie möglich wirst.

»Wenn du nicht erst der Beste auf der Buckelpiste hinterm Haus warst, wirst du auch nie schwarze Pisten erfolgreich hinunterpreschen können.«

That said, gehen wir weiter, WIE du nun zum einzigartigsten Fisch in einem kleinen Goldfischglas werden kannst:

Dein Weg zu deiner „Nische“ als Texter:in

Stell dir vor, dass z. B. dein absolutes Lieblingsthema Ernährung ist.
Du setzt dich bereits mit veganen Lebensmittelalternativen auseinander, (= deine Nische).
Du bist auch selbst davon überzeugt, dass dies eine Ernährungsform für die Zukunft ist, (= deine Leidenschaft).
Und du schreibst für Kunden, die deine Philosophie teilen und dahingehende Lösungen anbieten, (wie z. B. Menschen mit einer Laktoseintoleranz zu helfen).

Oder wie wäre es, wenn du neben dem Schreiben leidenschaftlich gern surfst und deine Erfahrungen und Erlebnisse in Artikeln für andere Surfbegeisterte teilst? (Nische = Surfer, der über das Surfen schreibt.)
(Was übrigens eine meiner Schützlinge, die liebe Inga, gemacht hat und nun sogar bald ein eigenes Surf-Buch herausbringt!)

Stell dir weiter vor, dass du für genau diesen Bereich aufgrund deiner Erfahrung und Leidenschaft sogar bekannt bist und genau deswegen weiterempfohlen wirst.

Keiner will nämlich Generalisten mit Bauchläden, sondern jemanden, der SEIN Thema, also SEINE Nische am besten (re)präsentiert.

Definiere deine Nische als Texter:in anhand deiner Interessen, deiner Skills oder deiner Lebenssituation

Manchmal muss es noch nicht einmal so spezifisch bzw. „nischig“ sein.

Ich beispielsweise habe am Anfang meiner Freelancer-Karriere Aufträge auf Empfehlungen hin bekommen, die zu meiner Lebenssituation bzw. zu meinem Lifestyle passten.

So hab ich z. B. Sebastian Kühn bei seinem „Wireless Life Guide“ unterstützen dürfen, da ich exakt zur Zielgruppe seines Werks zähl(t)e.
Oder z. B. auch bei Werken von Indojunkie, da ich selbst in Indonesien wohne und von daher die Texte am besten verstehen und überarbeiten konnte.

Meine Nische waren somit Texte für Digitale Nomaden, die ein Online-Business haben, sich mit meinen Werten und meinem Lifestyle identifizieren konnten, und als Self-Publisher ihre Werke veröffentlichten.

Wie du das auch für dich erreichen kannst?

Marketing-Gurus sprechen immer von „Traumkunden“.
Dass man sich, um seine eigene Nische als Texter:in zu finden, einfach seinen Traumkunden vorstellen soll.

Wie das funktionieren soll?

Nun, stell dir dazu einfach eine Person vor, die mit einer deiner Dienstleistungen wahnsinnig glücklich wäre, da du damit ein Problem von ihr gelöst hast.

Zum Beispiel:
Ein Personal Trainer sucht jemanden, der ihm bei seinen Blogartikeln über „Fitnessmöglichkeiten von zu Hause“ hilft, die auch bei Google gut ranken.

Nische aka Positionierung als Texter:in gefunden:
Du schreibst Artikel im Fitness-Bereich, die SEO-überarbeitet sind und die der Personal Trainer mit den Metadaten nur noch mit Copy-&-Paste in seinen Blog einpflegen muss.
Dein Skillset: Texten, Wissen im Fitness-Bereich (speziell im Homeworkout-Bereich) und SEO-Skills (für Blogartikel).

„How to Nischenpositionierung“

Wie du vielleicht bereits erkannt hast, gibt es zur Bestimmung (d)einer Nische als Texter:in breitgefächertere und engere Positionierungen.
Zudem sind sie bezogen auf Themenbereiche, Textarten oder Zielgruppen.

Solange alles zusammenpasst und du nicht zu breit oder zu eng aufgestellt bist, ist alles gut.

»No niche is too small if it’s yours.«
SETH GODIN

Probiere es einfach mit der Formulierung eines „Business-Statements“ aus:

Ich bin Texter:in für … [deine Zielgruppe]
und ich helfe dir bei … [spezielle Dienstleistung],
ohne … [Problem deiner Traumkunden].

Weitere Beispiele einer möglichen Positionierung

(… die es übrigens wirklich gibt!) 😉

  • „Der Texter mit dem grünen Daumen – Content rund um Natur, Garten und Kräuter“
  • „Comedy & Satire über ernste Themen – nicht so ganz bierernste Texte, die die Eintrittstür zu wirklich hartem Tobak sind.“
  • „Textbetreuung zu Tierpflege, Tierbedarf und Tierzubehör – alles was die Fellnase braucht.“
  • „Sprache mit Stimme: Reden mit Elaboriertheit & Struktur“
  • „Texte für Rechtsanwaltskanzleien, die verstanden werden“
    (z. B. möglich, wenn du Jura studiert hast)

Schon ein paar Inspirationen gefunden?

Was nun?

Du hast nun hoffentlich einen besseren Eindruck davon bekommen, warum du dich auf eine Nische als Texter:in spezialisieren solltest.
Bzw. warum das zur Formung deiner eigenen Personal Brand nicht nur zu deiner eigenen Zufriedenheit beiträgt, sondern auch deine Kunden glücklicher machen wird.

Pst, übrigens:

Texter:innen, die auf eine Nische spezialisiert sind, gelten als Experten für dieses eine Gebiet und können auch dementsprechend höhere Preise verlangen, was du hier genauer nachlesen kannst.

Plus:

Texter:innen, die auf eine Nische spezialisiert sind, haben es auch in Marketingsachen sehr viel leichter: Content-Marketing zu deren Lieblingsthema ist dabei die effizienteste Variante.

Meine eigene Philosophie ist übrigens jedoch nicht nur deswegen, sondern vor allem aus meiner Erfahrung heraus entstanden und ich konnte dies auch bereits bei meinen Coachees erfolgreich sehen.

Du willst dir sie auch mal etwas näher ansehen?
Dann schau mal hier!

Fazit

Habe keine Angst, dich zu spezialisieren!

Durch eine Abwendung von einem Generalisten-Status verlierst du nur Kunden, die du ohnehin nicht zu 100 % glücklich machen könntest.

Mach durch eine Spezialisierung und Positionierung Platz für deine wirklichen Traumkunden, die dich und dein Business nachhaltig erfolgreich machen werden.

Wie sieht DEIN Business-Statement aus?

Prüfe es (am besten noch bevor du dich über ausbleibende Traumkunden wunderst) in meiner privaten Gruppe für Texter:innen.

Ich freu mich auf dich!