Arbeiten im Ausland – Digitale Nomaden, Geo-Arbitrage & Co.

Digitale Nomadin Sandra in Coworking-Space auf Bali

Auch wenn der Begriff in vielen Kreisen mittlerweile schon etwas ausgelutscht ist:

Digitale Nomaden sind real und werden auch besonders seit Corona mehr denn je.

PS: Klischees vs. Realität von einem Leben & Arbeiten als Freelancer haben wir schon in diesem verlinkten Artikel beschrieben.

In diesem Blogartikel soll es um das Leben & Arbeiten im Ausland gehen und ob dieser Lifestyle auch etwas für dich sein könnte.
Denn das absolute Plus und i-Tüpfelchen zum selbstständigen Arbeiten als Freelancer ist die mögliche grenzübergreifende Ortsunabhängigkeit.

Oder?
Well, it depends …

Was sind überhaupt Digitale Nomaden?

Schon mal vorweg:
„Digitaler Nomade“ ist kein Beruf.

Es ist die Beschreibung eines persönlichen und beruflichen Lebensstils.
Ein Lebensstil „out of the box“.
(Auf die typischen Quirks von Digitalen Nomaden und den daraus entstandenen Vorurteilen will ich heute aber nicht eingehen. 😉 )

Zurück zum Begriff:
Digital, weil ausschließlich online arbeitend.
Nomade, weil (meist) ohne festen Wohn- und Arbeitsort.

„Digital“ trifft sogar in fast allen Fällen zu – egal ob Freelancer, Solopreneur oder Entrepreneur.
„Nomadisch“ ist flexibel interpretierbar.
Manche wechseln alle paar Monate oder gar Wochen den Aufenthaltsort.
Manche haben dagegen eine (inoffizielle) Homebase und reisen nur für Visaruns oder Kurzurlaube.
Wieder andere haben (noch) einen offiziell gemeldeten Wohnort und reisen von dort aus (wann sie möchten) und nehmen ihren Laptop einfach mit.

Da wären wir auch schon beim wichtigsten Utensil eines Digitalen Nomaden: Der Laptop – tragbares Büro, mobile Kommandozentrale, digitaler Kommunikationskanal und wertvollster Besitz in einem.

So sieht die Theorie und auch der Mythos um das Leben als Digitaler Nomade aus.

Eine immer wieder gestellte und durchaus berechtigte Frage ist von daher seit jeher:

Wie können Digitale Nomaden das Reisen und Arbeiten so gut verbinden?

Nun, das Reisen assoziiert der Normalbürger mit Urlaub.
Ganz weit weg von Arbeit.
Um genau zu sein, als Erholung von der Arbeit.

Digitale Nomaden arbeiten dort, wo sie gleichzeitig Urlaub machen (könnten) – ein fließender Übergang.

Das klappt vor allem aus 2 Gründen super gut:

  1. Arbeitstechnisch sind sie an nichts gebunden.
    An kein Büro, keinen Arbeitsplatz und auch an keine Kunden, für die man physisch präsent sein müsste.
    Sie können arbeiten, sobald sie ihren Laptop aufklappen, den sie theoretisch überall mit hinnehmen können.
  2. Klar, reisen kostet. Das können Digitale Nomaden aber durch günstigere Lebenshaltungskosten wieder ausgleichen. Stichwort Geo-Arbitrage.

Was ist dieses Geo-Arbitrage für Digitale Nomaden?

Da wären wir auch schon beim lieben Thema Geld.

Du hast bereits verstanden, dass bestimmte Berufe (selbstständig oder nicht) remote, d. h. von unterwegs auf dem Laptop ausgeübt werden können.

Wie sieht das praktisch aus?

Stell dir einen angestellten Webdesigner bei einem fancy Start-up in Berlin vor.
Er geht Montag bis Freitag ins Büro, setzt sich an seinen PC, arbeitet an zugeteilten Projekten und geht nach Feierabend wieder nach Hause.

Er könnte jedoch auch, (wenn das Start-up dies erlaubt), für ein paar Wochen/Monate auf die Philippinen fliegen, sich an seinen mitgebrachten Laptop an einen Platz seiner Wahl setzen, an den zugeteilten Projekten arbeiten und nach dem (ihm selbst erteilten) Feierabend nicht nach Hause, sondern in sein Airbnb direkt am Strand gehen.
Falls der Laptop die gleichen technischen Voraussetzungen wie der PC/Mac im gewohnten Büro in Berlin hat und die Internetverbindung stabil ist, gibt es für seine Arbeit an sich keinen Unterschied.

Den Flug hat er sich leisten können, weil er dafür ca. nur ein Drittel für Essen und Trinken ausgibt und auch die Miete, (was in Deutschland bei vielen fast die Hälfte des Gehaltes ausmacht!), nur einen Bruchteil kostet.

PS:
Natürlich müssen für solch eine Remote-Arbeit auch arbeitsrechtliche Bedingungen wie Arbeitserlaubnis, Besteuerung, Sozialabsicherung etc. geregelt und auch erlaubt sein.
Bei Angestellten regelt dies der Arbeitgeber – Freelancer müssen sich selbst darum kümmern. (Aber dies soll heute nicht das Thema sein.)

Geldverdienen und relatives Einkommen

Das zugrunde liegende Prinzip von Geldverdienen im Heimatland und Geldausgeben im Ausland heißt Geo-Arbitrage und relatives Einkommen.

  • Geo, weil es weltweit gilt (mit der Kalkulationsbasis des Heimatlandes).
  • Arbitrage, weil es eine Ausnutzung der unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und Lohnniveaus ist.
  • Relatives Einkommen, da du nicht nur in deinem Heimatland, sondern weltweit über den Tellerrand blickst und du dadurch nicht an einen absoluten Blickwinkel gebunden bist.

Simpel gesagt:
Du hast mehr von deinem Geld (Ersparnisse oder Einkünfte), wenn du es in kostengünstigeren Regionen ausgibst.

Kleiner Disclaimer:

Warum sind viele nur neidisch und machen es aber nicht selbst?

Nun, wie bereits gesagt, Digitale Nomaden leben einen eigenen Lifestyle.
Einen Lifestyle, den jedoch viele mit ihren Wünschen und Träumen nicht vereinbaren können.

Viele träumen bspw. vom freien und unabhängigen Arbeiten auf einer tropischen Insel, wollen aber die Sicherheit & Struktur eines wirtschaftlich stabilen Landes wie Deutschland nicht missen.

Ein Grund dagegen kann also sein, dass man einfach nicht weg will.
Und das ist dann auch völlig in Ordnung so.
Nur dann muss man sich auch mit den Kosten und Pflichten des jeweiligen einkommensstarken Landes arrangieren und sollte darüber nicht meckern.

Also nur Vorteile, oder was?

Nope. Natürlich hast du auch Kosten, wie z. B. für ein Visum und eine zusätzliche Krankenversicherung.
Und natürlich ist remote zu arbeiten nicht für jeden Beruf und auch nicht für jeden Charakter geeignet.

Was du auch berücksichtigen solltest:
Die genannten Möglichkeiten für Digitale Nomaden sollten nicht zum ausschließlichen Ausnutzen von niedrigeren Lohnniveaus im Ausland führen.

Für mich persönlich bringt grundsätzlich jeder Vorteil, den ich haben kann, auch eine gewisse Verantwortung mit sich: Es ist immer ein Geben und Nehmen.

Von daher will ich mein wirtschaftliches Privileg in einkommensschwächeren Ländern nicht hämisch lächelnd ausnutzen, sondern an das Land, an die Menschen oder sonstige Bedürftige etwas zurückgeben.
(Durch Sebastian Kühn von Wireless Life habe ich dafür eine tolle Inspiration gefunden: Da wir als Digitale Nomaden oft nicht in lokale Steuersysteme einzahlen, spenden wir 10 % unseres Einkommens an lokale Charitys.)

Das Ganze kommt nämlich mit einer Verantwortung …

Ja, du kannst in Indonesien oder auf den Philippinen mit dem Geld, das du mit wirtschaftlich bessergestellten Kunden verdienst, so leben, wie es in Deutschland vielleicht nur für Berlin-Marzahn gereicht hätte.

Jeder von uns sollte jedoch auch seinen persönlichen Beitrag in dieser Welt leisten, damit sie ein klein wenig besser und gerechter wird.

Ja, ich zahle durch den besonderen Status als Digitaler Nomade weniger Steuern, kann aber dafür mehr lokale Businesses und NGOs unterstützen. Und ich habe auch mehr Zeit und Geld für eigene oder andere lokale Charitys für Menschen, die wirklich Hilfe benötigen.

Geld und auch Zeit, was ich z. B. in Deutschland nicht hatte, da ich mich brav an das halten musste, was das System vorgegeben hat bzw. auf meiner Steuererklärung stand.

Geld und Zeit, um das zu unterstützen, das mir wirklich am Herzen liegt und wo es auch wirklich ankommt.

Wo und wie ist dieses etwas andere System eigentlich entstanden?

Das Konzept von Geo-Arbitrage gibt es wohl schon so lang, wie es auch regionale Währungs- und Verdienstunterschiede gibt.
Zum ersten Mal gehört habe ich davon in einem meiner Lieblingsbücher: „The 4-Hour Work Week“ von Tim Ferris.
Der Erfolgsautor beschreibt es absolut treffend, wie ich finde:

»I don’t want to be a millionaire. I just want to live like one.«

Word.

Wo kann ich als Digital Nomad leben und arbeiten?

Das ist eigentlich ganz einfach:
dort, wo es dir gefällt, wo die Arbeitsumgebung passt und du kreativ und motiviert sein kannst.

Ein Digitaler Nomade kann sich seinen Lebensmittelpunkt und Arbeitsplatz frei aussuchen.
Nur du selbst weißt, was für dich und deine Arbeit am besten ist.

Für den einen ist das ein warmes Klima, eine große Community und viel Freizeitmöglichkeiten.
Für den anderen ist das vielleicht die etwas kältere Alternative, Ruhe und Zurückgezogenheit.
Für die meisten sind jedoch eine gute Internetverbindung, günstige Wohn- und Essenspreise und die Umgebung mit Gleichgesinnten obligatorisch.

Was für dich für optimale Lebens- und Arbeitsbedingungen nötig ist, bestimmst nur du allein.

Erfahrungen und Anregungen für mögliche Orte kannst du dir auf der Plattform von Nomad List holen.
Hier werden von anderen Digitalen Nomaden Länder anhand von potenziell relevanten Faktoren beurteilt, die deine Entscheidung transparenter machen können. Faktoren wie bspw. durchschnittliche Lebenshaltungskosten, Sicherheit, Internetgeschwindigkeit oder verfügbare Coworkings.

In Zeiten von Corona kann natürlich zeitweise der Zugang zu bestimmten Ländern eingeschränkt oder mit bestimmten Voraussetzungen belegt sein.
Eine so aktuell wie möglich gehaltene Übersicht findest du z. B. auf TripsGuard.

Noch Bedenken, wie das Ganze in der Praxis aussehen könnte?

Falls du dir noch nicht sicher bist, ob der Lifestyle eines Digitalen Nomaden das Richtige für dich ist, kann ich dich beruhigen:
Es ist definitiv nicht für jeden etwas. Du musst gar nichts.
Genau das kannst du aber nur herausfinden, wenn du es selbst ausprobierst.

2 Tipps für dich zum Schluss:

    1. Probiere den Lifestyle erst einmal testweise aus und arbeite remote von einem anderen Ort als von zuhause oder deinem Büro.
      Frag deinen Chef, ob du auch im „Homeoffice“ arbeiten könntest. (Seit Corona schon fast Standard.)
      Wenn du bereits selbstständig bist: Nimm deinen Laptop an einen anderen Ort einfach mit und versuche dort, ein paar Monate zu leben und zu arbeiten.
    2. Umgib dich mit Menschen, die entweder den gleichen Lifestyle leben wollen oder es bereits tun.
      Um als Digitaler Nomade Fuß zu fassen, werden dich Neinsager oder Zweifler eher entmutigen. Lass dich lieber bspw. auf den Sozialen Medien inspirieren und verfolge Posts und Storys von Personen, die dich zu deinem Ziel ermutigen können.
    Speaking of:
    Folg mir super gern auf Instagram oder Facebook und erfahre, wie z. B. mein Leben und Lifestyle als freie Lektorin, CEO von ProLektorat, Business-Mentorin & Marketing-Strategin für Texter:innen so aussieht.
    Meine absoluten Favoriten als Wohn- und Arbeitsorte sind momentan auf Bali und in Portugal.
    Ich freu mich, wenn wir uns connecten! ♥️

Wie du deine Preise als Texter:in wirklich berechnest

Preise Freelancer Berechnung

Jede:r will von dem leben können,
was er beruflich macht, richtig?

Bzw. die Preise, die man für sich und sein Business festgelegt hat, ohne ein Infragestellen oder Handeln bezahlt bekommen.
Dahingehend sind alle, egal ob Texter:in, Architekt:in oder Mechaniker:in, gleich.

Der entscheidende Unterschied liegt im Bedürfnis nach deren Dienstleistung, des damit assoziierten DIY-Potenzials und der dadurch existenten Wertschätzung – oder eben nicht.

Was ich damit meine?
Ein kleiner Exkurs …

Ca. 90 % aller Deutschen können Schreiben – mindestens 50 % davon denken, sie können es selbst (zumindest für ihre Bedürfnisse) ausreichend gut.
Also wird fleißig selbst geschrieben – gelesen und verstanden werden wird es schon irgendwie können.
–> Kein Problem da, kein Bedürfnis.

Ein geschätzt nur einstelliger Prozentsatz aller Deutschen kann hingegen ein neues Getriebe für sein Auto einbauen, wenn dieses den Geist aufgegeben hat.
Hier wird lieber Profis vertraut, da man gar nicht wüsste, wo man bei der Problemlösung anfangen sollte.
–> Dieses Problem schafft ein Bedürfnis.
Und der Preis dafür? Nun ja, was die Werkstatt halt verlangt.

Dieser Sichtweise sehen sich tagtäglich all diejenigen gegenüber, die beruflich etwas tun, das vermeintlich viele können bzw. das vermeintlich leicht und schnell erlernbar ist:

  • Verkäufer (»pf, na klar«),
  • Friseur (»joa, einen Versuch ist es wert«),
  • Social-Media-Manager (»haha, dieses Instagram soll einfach meine Tochter machen, die sitzt sowieso den ganzen Tag vorm Handy«) …

Manchmal aber auch nicht:

  • Fotograf (»hm, vielleicht doch lieber jemand, der mit einer Spiegelreflex wirklich umgehen kann«)
  • Dachdecker (»ne, gehen wir lieber kein Risiko ein«),
  • Chirurg (»Gott bewahre, niemals«).

Das Bedürfnis für eine Dienstleistung entsteht also erst, sobald jemand denkt, er könne es nicht selbst oder nicht allein oder dass es andere zumindest besser können.
Und es entsteht, sobald jemandem die professionellere Variante die Problemlösung wert ist.

Texter:innen gehören dabei leider eher zur ersten Gruppe.
Aber weißt du was? …

… in dieser Einsicht liegt nicht die Lösung

Diese DIY-Mentalität und dieses „Wertschätzungs-Blabla“ ist das Problem der von außen Wahrnehmenden – was in diesem Leben wahrscheinlich nicht lösbar und auch im nächsten Leben nicht deine Zeit wert ist.

Also lasst uns uns um das kümmern, auf das wir tatsächlich einen Einfluss haben können:
Denn nur dein eigenes Selbstbewusstsein gegenüber deinem Beruf und das richtige Mindset haben einen entscheidenden Einfluss darauf, deine Hilfe auf dem Markt als Texter:in vertreten zu können.
Ganz besonders durch deine eigene Wertschätzung für das, was du beruflich machst, und wie du dich durch sie präsentierst.

Du musst dich also nicht um diejenigen kümmern, die deinen Beruf und deine angebotenen Dienstleistungen generell nicht wertschätzen.
Das wäre wie Perlen vor die Säue zu werfen.

Jemandem, der deine Arbeit generell nicht anerkennt, kannst du deine Dienstleistungen sogar für absolute Dumpingpreise anbieten und dennoch würde er sie nicht wertschätzen und dementsprechend auch nicht kaufen.

Noch mehr dazu, warum das so entscheidend ist und du sonst die falschen Kunden anziehst, erfährst du in diesem Artikel.
Und warum genau das mit deinem Selbstbewusstsein als Texter:in zusammenhängt, haben wir hier beschrieben.

Lass dich also nicht von Personen, die ohnehin nicht zu deinen Wunschkunden zählen, weil sie keine wertschätzenden Kunden wären, verunsichern.
In Bezug auf das, was du als Texter:in für deine Dienstleistungen verlangst oder verlangen willst, haben sie keinerlei Bedeutung.

Deine Ausgangssituation

Zurück zu deiner Preiskalkulation als Texter:in.

Du weißt, was dir Spaß macht, was du besser kannst als andere und welche Erfahrungen du damit bereits hast.

Du hast allerdings noch überhaupt keinen Plan, was du dafür verlangen kannst bzw. sollst (oder solltest?).
Vor allem, wenn du bereits Erfahrung mit den oben genannten Pappenheimern hast, die für deine Skills nur wenig bis gar nichts bezahlen würden.

Daneben weißt du aber auch, was du für dich selbst, für deinen eigenen Lebensunterhalt verdienen müsstest – willst aber mit zu hohen Preisen als Texter:in keine potenziellen Kunden vergraulen.
Bzw. traust dich auch vielleicht noch nicht, zu den Preisen, die du eigentlich festgelegt hast oder festlegen müsstest, selbstbewusst zu stehen und „Niedrigpreis-Kunden“ abzulehnen.

Du suchst ständig den optimalen Punkt zwischen Preisen, die deine Arbeit bezahlen, aber auch für den Kunden in Ordnung sind, oder?

Nun, das ist der falsche Ansatz.
Ganz besonders der Punkt „Preise als Texter:in finden, die auch für den Kunden in Ordnung sind“.

Hier kommt dein zuvor erwähntes Selbstbewusstsein und die Wertschätzung deiner beruflichen Betätigung ins Spiel:
Sobald sich dein Mindset auf einer gesunden, selbstliebenden und wertschätzenden Ebene befindet und du selbstbewusst zu deinen Leistungen stehst, kannst du nämlich exakt die Preise als Texter:in verlangen, die du haben willst. Und vor allem auch genau die Preise, die für dein Business nötig sind, um deine Selbstständigkeit langfristig aufrechterhalten zu können.

Nope, kein Traum oder Augenwischerei,
… die Realität.

Natürlich nur mit ein paar Voraussetzungen und Vorüberlegungen …

Richtige Preisfindung

Es ist ein immer wiederkehrender Schmerz.
Ein Schmerz, der dich ständig zweifeln lässt.

Aber mal ganz frei heraus:
Deine Preise als Texter:in sind kein Big Deal!

Und genauso frei heraus kannst du sie auch kommunizieren, sobald du sie festgelegt hast und selbstbewusst zu ihnen stehst.

Denn dein Stundensatz bzw. deine Wort- oder Paketpreise sind deine Existenzgrundlage!
Deine Preise als Texter:in bestimmst allein du – genauso wie auch nur DU dein Leben generell bestimmst.
Du hast sie fair kalkuliert und nicht einfach willkürlich aus dem Bauch heraus bestimmt.
Ein konstruktives Infragestellen gehört dazu, aber nicht, wenn der Anstoß von anderen kommt.

Okay, okay, ich weiß, du willst etwas Konkretes hören

Frag dich nicht als Erstes, wie viel du verlangen KANNST oder wie viel am Markt gerade gängig ist, sondern wie viel du verlangen WILLST bzw. MUSST.
(Die folgenden Angaben sind übrigens für deinen Start gedacht und dein Umsatzziel sollte für die langfristige Wirtschaftlichkeit deiner Selbstständigkeit kontinuierlich nach oben erweitert werden.)

Ganz konkret kannst du deine Kalkulation von hinten aufrollen:

1. Kosten

Welche fixen Kosten hast du persönlich und wie viel willst bzw. musst du verdienen?
Beispiel: Du hast fixe Kosten von monatlich 1.500 € und brauchst weitere 1.000 € für deine Freizeit, Weiterbildung, Urlaube etc.

2. Umsatzziel

Dementsprechend solltest du ein Umsatzziel von mindestens einem Drittel mehr, also ca. 3.500 € haben, da davon noch Steuern, Versicherungen, Ausgaben für dein Business, Investitionen, Rücklagen etc. abgehen.

3. Stundensatz

Um dort hinzukommen, solltest du optimalerweise einen internen Stundensatz von ca. 80 € anpeilen.

Falls dir das jetzt zu hoch erscheint:
Für alles unter 60 € brauchst du als Selbstständiger gar nicht erst anfangen, dann arbeitest du nämlich zum Teil umsonst.
(Je nach Ausbildung, Erfahrung und Spezialisierung/Skills solltest du diesen Satz selbstverständlich nach oben hin anpassen.)

Wenn du deinen Stundensatz berechnest, darfst du übrigens nicht vergessen, dass du natürlich auch die Zeit für Marketing, Akquise, Krankheit und Urlaub berücksichtigen musst!
Stichwort effektive vs. verkaufbare Stunden.

Effektiv kannst du also im Durchschnitt nur 15 Stunden an deine Kunden verkaufen, (wenn du nicht im Burnout enden willst.)
(Bei 60 € Stundenlohn wären das 3.600 € im Monat – wie du erkennen kannst, macht meine Kalkulation Sinn. 😉 )
Schöner Nebeneffekt: Die für deine Kunden verfügbaren Stunden erscheinen umso kostbarer, wodurch du diese automatisch sehr sorgfältig auswählst.

4. Paketpreise

Auf Basis deines internen Stundensatzes multipliziert mit den Stunden, die du für eine bestimmte Dienstleistung benötigst, kannst du nun Paketpreise festlegen.
Wenn du bspw. im Durchschnitt 3 Stunden für die Erstellung eines Blogartikels brauchst und einen internen Stundensatz von 80 € hast, darf der Preis für einen Blogartikel nicht unter 240 € liegen.
(Denn sonst arbeitest du auf dem Markt unwirtschaftlich und kannst deine Selbstständigkeit nicht lange aufrechterhalten.)

5. Margen

Natürlich sollte der Preis für deine Dienstleistungen nicht ausschließlich auf Basis deines Stundenlohns festgelegt werden.
Denn so würdest du immer nur deine Zeit gegen Geld verkaufen und deine (selbstverständlich kontinuierlich steigende) Expertise, die Komplexität bestimmter Problemlösungen und auch die faktische Nutzung deiner kreativen Werke unberücksichtigt lassen.
Was jedoch einen enormen Anteil an unserer „Vergütung“ als kreative Dienstleister ausmacht!

Von daher: Mach dir neben dem Preis, den du für deine Dienstleistung zum Überleben benötigst, auch Gedanken um Zusätze, die den Wert deiner Dienstleistungen ausdrücken.
Sprich, inwiefern deine Expertise die Dienstleistung besonders macht, in welcher Form sie zu einer ganzheitlichen Lösung beiträgt und in welchem Ausmaß deine Texte vom Kunden genutzt werden sollen.

Dementsprechend ist bspw. ein Text von einem langjährigen Experten gerechtfertigt teurer als von jemandem, der sich erst ausprobiert.
Ebenso ist ein Text, der sowohl als Blogartikel als auch als Freebie und in Teilen als Website-Text genutzt werden soll, teurer als ein designierter Text für einen Social-Media-Post.

Damit diese Preise auch gerechtfertigt sind und du sie selbstbewusst vertreten kannst, ist u. a. deine Einstellung dazu entscheidend:

6. Mindset

Du meinst, dass diese Kalkulation völlig utopisch ist?
Bzw. dass bestimmt keiner bereit ist, dir diese Preise zu bezahlen?

Nun, Feilscher und Pfennigfuchser wird es, wie gesagt, immer geben. Genauso wie diejenigen, die dich für deine Kalkulation vielleicht belächeln.
Aber das sind auch nicht die Kunden, für die du arbeiten willst.

Es wird immer potenzielle Interessenten geben, die deine Arbeit nicht wertschätzen und dementsprechend auch nicht deine Preise als Texter:in bezahlen wollen.
Aber dann brauchen sie dich auch nicht wirklich — verschwende mit ihnen nicht deine Zeit.

7. Arbeitszeit

Apropos Zeit: Du verkaufst nicht deine Arbeitszeit, sondern Endergebnisse bzw. Lösungen für deine Kunden.

Das heißt, deine Kunden müssen gar nicht wissen, wie lang du für eine Dienstleistung brauchst. Das ist für sie auch nicht wichtig, da nur das Endergebnis zählt, das du ihnen lieferst.

Und ihnen direkt auf die Nase binden, dass sie natürlich auch zu 50 % den Erhalt deiner Selbstständigkeit und nicht nur die Leistung an sich bezahlen, musst du auch nicht. Das ist zwar eigentlich selbstverständlich, jedoch für Nicht-Selbstständige oft nicht nachvollziehbar.

Aber das ist nicht dein Problem.
Wie lang du für einen Auftrag brauchst, ist komplett deine Sache – genauso wie du auch frei auswählen kannst, wo und wie du den Auftrag erledigst.

Wenn du das Gefühl haben solltest, dass auf deinem Weg zum:r erfolgreichen Freelance-Texter:in ein strukturierter Plan mit einer Strategie, die wirklich funktioniert, genau das Richtige wäre, komm in meine private Facebook-Gruppe für Texter:innen!
Dort erhältst du wertvolle Informationen, die dich auf deinem Weg gewinnbringend unterstützen können.
Eine erste Idee über die Philosophie und Strategie, die dich dort erwartet, bekommst du in meinem kostenlosen Erfahrungsbericht. Hol ihn dir hier!

Fazit

Die Preiskalkulation als Texter:in ist zwar keine Raketenwissenschaft, darf aber auf keinen Fall willkürlich erfolgen.
Ja, du bist derjenige, der deine Preise festlegt – aber sie müssen auch eine Grundlage und Rechtfertigung haben.

Um höhere Preise als die auf dem Markt leider oft vertretenen Low-Budget- oder Dumpingpreise aufrufen zu können, musst du dich also zunächst darum kümmern, dass sie tatsächlich gerechtfertigt sind.

Und das erreichst du mit einer Positionierung als Expertentexter:in in einem bestimmten Bereich aka Nische.

Verkauf dich nicht unter Wert, aber kümmer dich auch um die Schaffung dieses Werts sowie um dessen Rechtfertigung und Aufrechterhaltung.
Werde Expertentexter:in.
Für qualitativ hochwertige Texte auf dem Markt und deine faire Bezahlung.
Kein Traum, meine Vision. Auch deine?

Warum dein Zeitmanagement als Texter:in entscheidend ist

Planer für Zeitmanagement als Texter:in

Netflix. Instagram. WhatsApp. YouTube. Und wie sie nicht alle heißen.

Die großen Ablenkungen meines Lebens.

Ich glaube fast, keine andere Generation hatte so sehr mit potenziellen Störquellen zu kämpfen wie unsere.
Ich muss ehrlich gesagt sogar mein Smartphone weglegen, sobald ich arbeiten will. Aber auch, wenn ich alles andere, was mich eventuell ablenken könnte, aus meinem Fokus verbanne.

Es passiert mir relativ häufig, dass ich am Ende des Tages das Gefühl habe, nichts geschafft zu haben. Zumindest nicht wirklich.
Dieses Gefühl, seine Zeit beziehungsweise seinen Tag nicht richtig genutzt zu haben, finde ich sehr bedrückend.
Vor allem fühlt es sich umso seltsamer an, wenn man den ganzen Tag eigentlich beschäftigt war.
Und trotzdem kommen dann am Abend diese Gedanken …

»Ich hätte auf jeden Fall noch diese eine Sache schaffen müssen.
Projekt X schiebe ich auch schon seit Ewigkeiten vor mir her.
Und Sport habe ich heute auch nicht geschafft. Mal wieder.«

Du ahnst es: Zeitmanagement als Texter:in ist eine Wissenschaft für sich.

Und gerade für uns als Freelancer ist Zeitmanagement noch einmal einen Tick wichtiger als für Arbeitnehmer in einem festen Beschäftigungsverhältnis mit fixen, aufgetragenen Aufgaben.
Immerhin müssen wir unsere Zeit selbst managen und dahingehend unsere Aufträge ausrichten.

Noch mehr Infos zu Klischee vs. Realität der Arbeit eines Freelancers erfährst du übrigens hier.

Fangen wir also mit den Basics des Zeitmanagements an

Was brauchen wir an Fähigkeiten, um nicht nur am Ende des Tages, sondern auch generell eine gute Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu kreieren?

Als ich als Freelancerin anfing, gab es für mich eine riesige Herausforderung, die mein Zeitmanagement als Texter:in unmittelbar (negativ) beeinflusste:
Meine Unfähigkeit, die Arbeit auch wirklich ruhen lassen zu können.

Weitläufig nennt man das auch „Feierabend machen“.
Ich konnte die Kunst des Feierabendmachens nicht. Zumindest nicht gedanklich. Selbst, wenn ich mit meinem Zeitmanagement perfect on time war. Und auch, wenn ich alle Tages- und Wochenziele akkurat eingehalten und erreicht hatte.

Dieses bestimmte Summen im Hinterkopf konnte ich nicht ausschalten.
Immer die Fragen, ob ich wirklich genug getan hatte. Ob ich jetzt wirklich die Beine hochlegen darf. Ob ich den Tag nicht noch besser hätte nutzen können. Nicht noch mehr Kunden an Land ziehen hätte können. Ob ich vielleicht nicht doch noch effizienter arbeiten könnte.

Kurzum: Zur Ruhe kommen, also wirklich zur Ruhe kommen, war kaum möglich.

In der Regel haben die wenigsten Freelancer ein Problem damit, sich hohe Ziele zu stecken, Pläne akribisch zu verfolgen und ohne Ende dafür zu arbeiten.

Zeitmanagement als Texter:in bedeutet dann aber oft auch:
„Wie kann ich noch mehr Arbeit effizient in meinen Tag quetschen, ohne dass ich zusammenbreche?“

Die Folge ist dann oft das schlechte Gewissen in der Freizeit. Oder, noch dramatischer, wir werden wie gelähmt.
Denn der Anspruch, perfekt effizient zu sein, kann auch mal so einschüchternd werden, dass wir gar nicht mehr ins Handeln kommen.

Was bedeutet also wirklich gelungenes Zeitmanagement als Texter:in?

Zeitmanagement meint übersetzt nichts viel anderes als:
Ich fühle mich als Herrscher bzw. als Herrscherin meiner Lebenszeit wohl. Meine Arbeits- und Freizeit ist in Balance.

Funktioniert dein Zeitmanagement als Texter:in nicht, funktioniert auch die Work-Life-Balance nicht.

Zeitmanagement gelingt für mich am besten, wenn ich verbindlich für mich festlege, was genug bedeutet.
Genug für einen Tag. Genug für eine Woche. Genug für einen Monat.

Wer sein eigenes Genug kennt, kann sich besser von den natürlich ineinanderfließenden Strömungen von Arbeit und Freizeit abgrenzen.

Als Freelancer wirst du viel wahrscheinlicher und heftiger damit zu kämpfen haben, dass du die Arbeit (gedanklich) nicht ruhen lassen kannst.
Deswegen brauchst du ein verbindliches wie auch realistisches Genug.

Ein Genug ergibt sich für mich aus dem Zusammenspiel aus Fokus- und Energiemanagement.
Vor allem die Kapazitäten unseres Fokus überschätzen wir oft dramatisch.

Wenn wir jedoch nicht fokussiert an unserer Arbeit sitzen, ist die Gefahr groß, am Ende nichts Brauchbares zu produzieren.
Und schon wird aus dem Gefühl, nicht viel geschafft zu haben, Realität.

Mit mehr Realismus zu mehr Work-Life-Balance

Klar, es ist immer gut, hohe Ziele zu haben.

Aber wir brauchen auch Schlaf. Und wir brauchen Zeit für uns, zum Essen, zum Trinken, zum Duschen. Zum Leben.
Und der Tag wird niemals mehr als 24 Stunden haben.

Sei also realistisch. Mit deinen Zielen. Aber vor allem mit deiner Selbsteinschätzung.

Beobachte dich:

 

  • Wie lange kannst du deinen Fokus wirklich auf deinen Aufgaben halten?
  • Was ist ein (kleines/eindeutiges) Signal, dass du eine Pause brauchst?
  • Wie kannst du deine Pausen so gestalten, dass sie auch wirklich eine erholende Qualität haben?
  • Wie viel Energie brauchst du für deine Arbeit insgesamt?
  • Wie viel Energie brauchst du, um dich zu erholen?

 

 

Fazit zum effizienten Zeitmanagement als Texter:in

All das sind wichtige Fragen, die du, meiner Meinung nach, für ein realistisches Zeitmanagement brauchst.

Im Prinzip geht es bei diesen Fragen darum, den DNA-Code deines Zeitmanagements zu entschlüsseln.
Jeder Mensch ist unterschiedlich in seinem Fokus- und Energieverhalten. Es kann dementsprechend nicht DAS eine Schema für ein gelungenes Zeitmanagement geben.
Nur du selbst kannst wissen, welches „Genug“ deine Work-Life-Balance-Waage auf einem gesunden Level hält.

Zum Glück leben wir in einem äußerst technisierten Zeitalter.
Es gibt unzählige Apps und Tools, die dir dabei Hilfestellungen an die Hand geben.
Sie können wirklich sehr nützlich sein, um dich aktiv durch den Tag und deine Wochen zu führen.

Vor allem in Hinblick auf Teamarbeit ist ein gutes Tool zur Organisation unumgänglich.
Dafür eignet sich beispielsweise Asana sehr gut. Dies ist eine sehr einfach zu bedienende Plattform, die dir bei deinen To-dos hilft, nicht mehr den Überblick zu verlieren.

Apropos Tipps und Tools: Hier findest du Tipps, wie du deine Zeit im Homeoffice erfolgreich nutzt.

Du siehst: Zeitmanagement als Texter:in ist mehr als nur ein guter Plan im Kopf.

Zeitmanagement ist vor allem die realistische Selbsteinschätzung, auf Grundlage derer man seine Ziele angehen kann.
Zeitmanagement bedeutet auch nicht immer „mehr, mehr, mehr“!
Zeitmanagement heißt vor allem auch Abgrenzung und Fokus.

Erlaube es dir. Du wirst erstaunt sein, wie viel Kraft du daraus schöpfen kannst.

Deine Work-Life-Balance wird es dir danken.