Zielgruppe aka Buyer Persona für Texter:innen

Zielgruppe aka Buyer Persona für Texter

Was sich mit „Buyer Persona“ erst mal super hochtrabend nach Business-Kauderwelsch anhört, ist im Endeffekt deine Zielgruppe.

Also diejenigen, die deine Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
Und vor allem diejenigen, die deine Arbeit wertschätzen und nicht infrage stellen.

Es sind deine Traumkunden, also deine Zielgruppe!

Und die Buyer Persona ist sozusagen das Gesicht deiner Zielgruppe.
Das du natürlich so genau wie möglich kennen solltest, um dir deine Zielgruppe bei jedem Text, jedem Post, jedem Content-Piece visuell vor Augen zu halten.

Denn nur, wenn man genau weiß, für wen man schreibt,
weiß man auch, wie man ihn am besten ansprechen und abholen kann, oder?

Allerdings ist die Buyer Persona sogar noch viel mehr als nur das Gesicht deiner Zielgruppe.

Denn du stellst dir nämlich kein statisches, bewegungsloses Gesicht vor, sondern eine echte Person.
In Bewegung.
Denkend.
Fühlend.
Zweifelnd und Einwände habend.

Eine Buyer Persona ist also so lebendig wie deine Traumkunden selbst.

Und nur diese dreidimensionale Betrachtungsweise inkl. der Berücksichtigung potenzieller Gedanken, Zweifel, Bedenken und Einwände führen zu Texten, die deine Zielgruppe wirklich catchen und auch wirklich abholen.

Und nur mit der Vorstellung einer wirklich aktiven und lebendigen Zielgruppe, verkaufst du an sie kein Produkt, sondern eine Dienstleistung, die ihr(e) Problem(e) löst.

Ok, genug der Romantik, lass uns nun deine Zielgruppe konkret bestimmen!

Die Bestimmung der Buyer Persona deiner Wunsch-Zielgruppe

Diese nächsten 6 Schritte sind angelehnt an meine liebste Quelle für Contentmarketing, Chimpify, und hier auf die speziellen Bedürfnisse von Texter:innen angepasst:

  1. Beschreibe den demografischen und sozioökonomischen Hintergrund deiner Wunsch-Zielgruppe so genau wie möglich.
    Beantworte z. B. folgende Fragen:
    Wie alt sind deine Traumkunden? (wichtig für z. B. Sprachstil und Ansprache)
    Sind sie männlich oder weiblich? (wichtig für z. B.  geschlechtsspezifische Bedürfnisse)
    Welchen Bildungsgrad haben sie? (wichtig für z. B. potenzielles Fachvokabular)
    Welchen Beruf üben sie aus? (wichtig für z. B. Verfügbarkeit und tägliche Routinen)
    Wie viel Geld haben sie zur Verfügung? (wichtig für z. B. Preissensibilität und Investitionsbereitschaft)
  2. Beschreibe nun die psychografischen Merkmale deiner Wunsch-Zielgruppe und stelle dir dazu folgende Fragen:
    Welche Werte und Meinungen vertritt sie in Bezug auf dein Fachgebiet? (Ist sie dahingehend z. B. liberal oder konservativ eingestellt?)
    Welche Wünsche hält sie nachts wach?
    Warum ist für sie deine Dienstleistung interessant?
    Aus welchem Grund braucht sie für ihr Problem eine Lösung?
    Warum ist sie bereit, dafür Geld auszugeben?
  3.  Jetzt geht es schon etwas tiefer:
    Welchen Nutzen bzw. welche Vorteile erwartet deine Zielgruppe von der Dienstleistung, die du ihr anbieten kannst?
    Was ist deiner Zielgruppe an dieser Dienstleistung, also der Lösung, wichtig?
  4. Und natürlich auch im Umkehrschluss:
    Was hält deine Zielgruppe potenziell davon ab, diese Lösung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen?
    Welche Bedenken hat deine Zielgruppe möglicherweise?
    Gibt es auf dem Markt für deine Dienstleistung generelle Vorurteile?
    Was bieten deine Konkurrenten an bzw. was machen sie anders und ist das besser oder schlechter?
  5. Nun geht es um die Kundenreise deiner Zielgruppe – deren Bestimmung dir auch sehr viel Aufschluss über bspw. mögliche Quellen gibt, die sie zur Lösung ihres Problems zurate zieht.
    Wie sieht ihre Kundenreise vom Problem bis zur Lösungsfindung aus?
    Anhand welcher Faktoren vergleicht sie ihre Optionen?
    Wem oder was vertraut sie?
  6. Zuletzt geht es um die speziellen Features deiner Dienstleistung bzw. der Lösung auf dem Markt:
    Welche Features oder Eigenschaften sind deiner Zielgruppe wichtig?
    Welche Kombinationen werden angefragt bzw. inwiefern ist eine Ganzheitlichkeit gewünscht? (Hier kannst du bspw. herausfinden, wie ganzheitlich deine Dienstleistung im Paket angeboten werden sollte.)

Wenn deine potenzielle Zielgruppe keine Personen, sondern Institutionen sind

Es ist absolut nachvollziehbar, wenn es dir schwerfällt, dir eine „Buyer PERSONA“ für Institutionen oder andere Konglomerate vorzustellen.
Denn es handelt sich ja nicht um individuelle Personen.

So können hier keine Merkmale wie demografische und psychografische Merkmale oder Verhaltensmuster etc. zutreffen.

Für Konglomerate kann man jedoch eine andere Art von „Persona“ entwickeln, die Charakteristika und Bedürfnisse der jeweiligen Orga oder Institution REPRÄSENTIEREN:
und zwar eine sogenannte „Buyer Group Persona“ bzw. „Organizational Persona“.

Um diese etwas andere Art von Persona zu definieren, also um die gemeinsamen Merkmale, Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Institutionen, Bildungseinrichtungen oder anderen Konglomerate herauszufinden und festzulegen, helfen dir folgende Schritte:

  1. Analysiere generell die Branche und den Markt deiner Wunsch-Zielgruppe:
    Untersuche die spezifische Branche oder den Sektor, in dem die Institutionen oder Konglomerate tätig sind.
    Erfahre dabei mehr über die aktuellen Trends, Herausforderungen und Chancen in dieser Branche. Dies hilft dir, relevante Inhalte und Lösungen (aka deine potenziellen Dienstleistungen als Pakete😉) zu kreieren, die auf die Bedürfnisse und Anforderungen dieser Organisationen zugeschnitten sind.
    (Das ist natürlich auch etwas, bei dem du sogar ständig auf dem neuesten Stand sein solltest.)
  2. Recherchiere die Ziele und Herausforderungen der Institutionen:
    Analysiere, welche Ziele und Herausforderungen für die Institutionen und Konglomerate typisch sind.
    Wollen sie bspw. ihre Effizienz steigern, eine Mission verfolgen, Kosten senken, ihre Reputation verbessern oder ihren Kundenstamm erweitern etc.?
    Identifiziere dabei auch die spezifischen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, wie z. B. regulatorische Anforderungen, Wettbewerbsumfeld oder technologische Hindernisse – also deren Painpoints beim Erreichen ihrer Ziele.
  3. Finde heraus, wer die Entscheidungsträger sind:
    Identifiziere, wer innerhalb der Institutionen oder Konglomerate die Entscheidungen trifft.
    Das können bspw. Vorstände, Geschäftsführer oder leitende Personen wie z. B. Ressortleiter sein. Bestimme deren Positionen, Verantwortlichkeiten und Einflussbereiche.
    Diese Identifikation kann dir auch helfen, dir beim Schreiben diese Person als Leser deiner Texte bzw. deines Contents vorzustellen.
  4. Berücksichtige die jeweiligen Prozesse innerhalb der Institutionen:
    Institutionen und Konglomerate haben oft komplexe „Beschaffungsprozesse“. Versuch zu verstehen, wie z. B. Entscheidungen getroffen werden, welche internen Personen involviert sind bzw. involviert werden müssen und welche Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten oder Partnern berücksichtigt werden.
    Berücksichtige auch den Zeitrahmen und pot. Budgetbeschränkungen, die sie haben könnten.
    Super wichtig, um durch ein Wissen und Verstehen des Aufbaus der Institution Verständnis für die jeweiligen Prozesse bzw. Abläufe zu haben.
  5. Verstehe auch die internen „Dynamiken“:
    (als „Fortsetzung“ des vierten Punkts)
    Institutionen und Konglomerate haben oft komplexe Hierarchien, Abteilungen und Kommunikationsstrukturen.
    Versuche zu verstehen, wie Entscheidungen getroffen und Informationen intern weitergegeben werden.
    Berücksichtige auch die unterschiedlichen Interessen und Prioritäten der verschiedenen Abteilungen oder Teams.

Bei einer „Buyer Group Persona“ stehen also keine demografischen und psychografischen etc. Merkmale einer PERSON im Vordergrund, da es sich ja nicht um individuelle Personen handelt, sondern um Organisationen oder Institutionen.
(Auch wenn es dir beim Schreiben hilft, dir eine Person als Entscheidungsträger der Orga vorzustellen.)

Die Definition und Beschreibung einer „Buyer GROUP Persona“ ist auf die spezifischen Merkmale und Bedürfnisse der Organisationen als GANZES fokussiert.

Hier noch einmal zusammenfassend konkrete Aspekte, die du bei der Entwicklung einer „Buyer Group Persona“ berücksichtigen solltest:

  • Unternehmensinformationen: Größe der Organisation, Branche, Standorte, Budget, Geschäftsmodell usw.
  • Ziele und Herausforderungen: strategische Ziele, kurzfristige und langfristige Herausforderungen, Wettbewerbsdruck, technologische Anforderungen usw.
  • Entscheidungsprozesse: Hierarchie, Entscheidungsträger, beteiligte Abteilungen, interne Genehmigungsprozesse, Zeitrahmen, Budgetverwaltung usw.
  • „Beschaffungs“prozesse: Vorlieben bei der Auswahl von Lieferanten oder Dienstleistern, Kriterien für Kaufentscheidungen, Bewertungsmethoden, Vertragsverhandlungen, Beschaffungsmethoden usw.
  • Branchenspezifische Anforderungen: regulatorische Compliance, besondere Anforderungen der Branche, technologische Trends, Best Practices usw.
  • Kommunikationskanäle: Präferenzen bei der Informationsbeschaffung, relevante Publikationen, Konferenzen oder Fachveranstaltungen, Branchenverbände, Online-Foren, Social-Media-Auftritt usw.

Was dir eine Buyer Persona wirklich bringt

Grundsätzlich bringt dich die genaue Festlegung deiner Zielgruppe näher zu ihr und damit auch näher zu einer Zusammenarbeit.
(Und zwar aus den Gründen, die ich weiter oben bereits genannt hab.)

Im Endeffekt ist das Wissen um die Buyer Persona deiner Zielgruppe das entscheidende Rädchen in deiner Präsenz und deinem Marketing als Texter:in – ganz besonders, wenn du dich für die effiziente Strategie mit Content-Marketing entschieden hast.
  • Denn, nur wenn du demografische Merkmale einschränken bzw. branchenspezifische Informationen eindeutig zuordnen kannst, weißt du auch, ob z. B. dein Design für deine Zielgruppe ansprechend ist.
    (Nur weil dir persönlich die Farbe Lila gefällt, ist das noch lange kein Grund, sie auch als Branding-Hauptfarbe zu wählen.)
  • Nur, wenn du weißt, wer potenziell hinter deiner Zielgruppe steckt (bzw. als Entscheidungsträger relevant ist), weißt du auch, wie du deine Texte schreiben sollst.
    (Ich mein, das Gleiche machen wir ja als Texter:in in einem Briefing auch für unsere Kunden, oder? ;))
  • Und nur, wenn du weißt, wie deine Zielgruppe denkt und fühlt bzw. welche Mission sie (durch zwischengeschaltete Orgas) verfolgt, kannst du auf ihre Bedürfnisse eingehen, sie dort abholen, wo sie Hilfe benötigt, und auch auf Einwände eingehen, (falls es keine Ausreden sind).

Fazit, bevor es ans Umsetzen geht

Ohne eine Zielgruppe und ohne eine dementsprechende Buyer Persona vor Augen verkaufst du als Texter:in ins Blaue hinein.

Und genau dann entsteht erneut das Problem der Beliebigkeit und der dementsprechenden Nicht-Wertschätzung deiner Dienstleistung.

Also das Problem, dem du durch ein Abwenden von random Low-Budget-Plattformen eigentlich aus dem Weg gehen wolltest, oder?

Es geht nämlich als Experten-Texter:in nicht darum, Everybody’s Darling zu sein und es jedem recht machen zu wollen.

Denn, wie du schon weißt:
Wenn du alle bedienen willst,
bedienst du keinen.

Deine Preise rechtfertigen sich also nicht nur durch deinen Expertenstatus, sondern auch dadurch, dass sie für jemanden Bestimmten gemacht sind.

Und nur genau diejenigen werden sich angesprochen und optimal abgeholt fühlen, deine Preise nicht infrage stellen und sich auch wie deine Traumkunden verhalten.

Let’s rock ONLY mit deiner Zielgruppe!

Wie sieht deine Buyer Persona aus?

Wenn du dabei gern Unterstützung hättest, schreib mir gern eine Nachricht via E-Mail oder Telegram oder erkundige dich unter Gleichgesinnten in meiner Facebook-Gruppe für Texter:innen!

Egal wo du Antworten suchst, ich bin für dich da und freu mich auf dich! ❤️

 

Die berühmt-berüchtigte Nische als Texter:in – Wer, wie, was, warum

Nische Texter:in als Schnittmenge

Pack dich mal selber am Rockzipfel:

Stell dir vor, du hast ein Unternehmen, das eine (endlich!) nachhaltige Form von Verpackungen erfunden hat, die nicht nur die Welt ein bisschen grüner macht, sondern sogar das Zeug dazu hat, herkömmliche Plastik-Verpackungen für immer zu ersetzen.
(Ja, ich rede hier von Tüten aus natürlichen Materialien wie Cassava oder Seealgen, die es Gott sei Dank bereits gibt – aber das ist nicht der Punkt.)

Der Punkt ist, dass du ein Produkt entwickelt hast, das so viele Menschen wie möglich emotional ansprechen soll, damit es die Verpackungswelt revolutioniert!
Du selbst bist allerdings „nur“ ein nerdy Techniker und brauchst Unterstützung dabei, dieses Produkt mithilfe von ansprechenden Texten fachlich und marketingtechnisch auf dem Markt zu platzieren.

Wo suchst du nach jemandem, der deine Vision in Buchstaben „übersetzt“?

Richtig, du suchst definitiv NICHT nach einem:r Texter:in, die auch noch für Autoreifen-Firmen und Kosmetik-Produkte schreibt.
Du suchst nach jemandem, der deine Vision versteht, unterstützt und der:die BESTE dafür ist!

Sprich, eine:n Texter:in, der:die sich für den Bereich Umweltschutz & Nachhaltigkeit mindestens genauso wie du begeistert!
Der:die deine Zielgruppe versteht, weil er:sie sich mit ihr identifizieren kann.
Im Endeffekt jemand, der dein Sprachrohr sein kann, inklusive des Texter-Fachwissens, das dir selbst fehlt.

Lass uns das Ganze aber erst von hinten aufrollen:

Was ist eine Nische?

Wie du dir nun wahrscheinlich schon denken kannst, ist eine Nische ganz grob ein Teilmarkt eines größeren Marktes, in dem du dich positionierst.

In unserem Beispiel auch ganz grob „nachhaltige Verpackungen“ des „Verpackungsmarktes“.
Hierbei gibt es noch viele weitere „Untermärkte“, wie z. B. „Verpackungen für Postsendungen“, Verpackungen für Gastronomie“ etc. und noch weiter z. B. „Verpackungen für japanische Restaurants“.
Jedoch auch Untermärkte wie bspw. „Hersteller von Verpackungen“, „Hype-Influencer für alternative Verpackungen“ oder „Entwickler alternativer Verpackungsmaterialien“.

Wie du dir bei diesen Aufteilungen der unterschiedlichen Märkte bzw. Untermärkte denken kannst, lässt sich jedem von ihm eine unterschiedliche Zielgruppe zuordnen. (Was absolut Sinn macht, da bspw. ein japanisches Restaurant höchstwahrscheinlich kein Interesse an Verpackungen für Autoreifen hat.)

Du kannst dir wahrscheinlich auch vorstellen, dass ein Unternehmen, das sich auf nachhaltige Verpackungen für japanische Restaurants spezialisiert hat, die Bedürfnisse von japanischen Restaurants besser befriedigt als eines, das einfach nur nachhaltige Verpackungen herstellt, oder?

»Tja, wer auf egal welchem Markt für ALLE da sein will, ist für KEINEN da.«

Ich glaube, wir verstehen uns nun, oder?

Lass uns das auf die generelle Existenzberechtigung von Nischen ausdehnen:

Warum braucht man eine Nische?

Wahrscheinlich hast du bereits so einige Vorteile von Nischen erkannt – und zwar auf beiden Seiten: für Kunden und für Dienstleister.
Lass uns aber die Gründe zur Sicherheit noch einmal zusammenfassen:

  • Mit einer Nische grenzt du dich von der Konkurrenz ab.
    Ok, wo es viel Angebote gibt, ist auch die Nachfrage dementsprechend groß – so aber auch die Konkurrenz. Um daraus hervorzustechen, sprich, um sein Angebot zu verkaufen, muss man sich irgendwie von allen anderen unterscheiden.
    Und hier lautet das Zauberwort NICHT der Preis, sondern der Fokus, die Spezialisierung, die Positionierung und der Mehrwert, wortwörtlich.
    Die meisten Menschen kaufen ohnehin nicht rational (also weil es Sinn ergibt, da es günstig ist), sondern emotional (weil es sie persönlich anspricht und sie den größten Mehrwert darin sehen). (Menschen kaufen auch nie das Produkt an sich, sondern das, was es für sie macht. Sprich, sie kaufen nicht die Antifalten-Creme, sondern eine Haut ohne Falten, für die sie bspw. keine Tiere leiden lassen mussten.)
  • Mit einer eindeutigen Positionierung weißt du ganz genau, wie du deine Zielgruppe ansprichst und eine ganz klare Botschaft kommunizierst.
    Und nicht nur das. Du weißt genau, wie du sie erreichen kannst, da die Texte nämlich nicht Bauchladen-mäßig einfach mal alle ansprechen sollen, sondern nur diejenigen, die auch tatsächlich Interesse haben könnten.
    Denke hier bspw. mal an ein persönliches Ziel von dir, wie z. B. ins Ausland gehen zu wollen. Wenn du mit deinen Freunden sprichst, um sie davon zu inspirieren, dass diese Entscheidung das Richtige für dich ist, nutzt du andere Worte und Strategien, als wenn du deinen Eltern ihre Sorgen nehmen willst, oder? Gleiches Ziel, gleiches Vorhaben, unterschiedliche Zielgruppe.
  • Mit einer Nische fällt es dir leichter, dich als Expert:in zu positionieren.
    Und das aus ganz vielen Gründen:
    – Menschen sehen sich als Individuen und möchten auch so behandelt werden. Keiner will als random gesehen werden und schon gar nicht deren Probleme. Sobald du als Expert:in gesehen wirst, bist nur DU der:diejenige, der:die genau dafür der:die Beste bist (und auch nur dann in Anspruch genommen wirst). (Wenn du z. B. Probleme mit den Augen hast, gehst du auch nicht zum Hausarzt, sondern zum Augenarzt, oder?)
    – Mit einer Nische kannst du dich genau darauf fokussieren und nur genau darin richtig gut werden. Ich mein, wer auf der Welt kennt sich in ALLEM richtig gut aus? Richtig, niemand.
    – Als Expert:in in einer Nische hast du automatisch ein Selbstbewusstsein, das rockt. Da du selbst davon überzeugt bist, dass du dich darin so richtig gut auskennst – und nur dann kannst du das auch glaubwürdig rüberbringen.
    – Als Expert:in ist deine Spezialisierung in einer Nische automatisch DIE Rechtfertigung für Expertenpreise. (Und genau dahin wollen wir ja, oder? 😉 ) Wenn du kein Argument für deine höheren Preise hast, hast du auch kein Argument für DICH.
  • Mit einer Nische gestaltest du auch dein Corporate Design automatisch gemäß deiner Zielgruppe.
    Durch die Einschränkung auf eine Nische ist das, was du anbietest, logischerweise auch nur für eine bestimmte Zielgruppe gedacht. Und die willst du natürlich nicht nur mit Texten, die überzeugen, catchen, sondern auch mit einem Design, das sie anspricht.
    Wenn das Produkt z. B. ein Herrenrasierer ist, macht es keinen Sinn, seine Business-Unterlagen in knallpink zu gestalten, oder? (Sry, für das nicht gendergerechte Beispiel, aber der Punkt ist klargeworden, oder?)
  • Mit einer Nische ist das Finden von Kunden kein Problem.
    Denn: Du weißt genau, WER potenziell deine Kunden sind und WO sich diese rumtreiben. (Nicht zu selten will man etwas vermarkten und tut dies aber einfach überall. Komplett ineffizient und zermürbend. Denn z. B. ein Aushang für Proteinpulver wird in einem Tierfachgeschäft wohl eher Stirnrunzeln als Euphorie bringen.)
    Gleiches Problem mit Content-Marketing auf allen Kanälen, die es gibt: Vergebene Liebesmüh, wenn sich z. B. auf LinkedIn gar keine Interessenten für alternative Heilmedizin tummeln.

Zum Schluss jedoch noch ein kleines ABER:

Fehler bei einer Nische

Deine Positionierung in einer Nische ist zu eng bzw. zu spitz.
Du sprichst mit dem Produkt oder der Dienstleistung eigentlich nur dich an und (fast) keine anderen.
Um mit einer Leidenschaft oder einem Hobby Geld verdienen zu können, muss dies aber zwingend monetarisierbar sein. Sprich, es muss Interessenten und potenzielle Käufer dafür geben.

Dieses Problem kann mit einer etwas breiteren Positionierung und dafür mit einem USP oder mit einer anderen Herangehensweise der Problemlösung aufgefangen werden:

Wenn das Produkt bspw. nachhaltige Verpackungen ist und es schon einen relativ großen Markt dafür gibt, kann das USP, als einziges Unternehmen mit fairer und nachhaltiger Produktion, helfen. Oder mit einem einzigartigen Kundenservice, wie z. B. inkludierte persönliche Beratung. Oder mit einer Kooperation mit Kompostierungsstellen, an die die Verpackungen nach Verbrauch weitergeleitet werden können.
Auf jeden Fall muss sich der Anbieter in mindestens einem Punkt von seinen Konkurrenten eindeutig & überzeugend unterscheiden.

Eine weitere falsche Annahme ist, dass du mit einer Nische zu viele potenzielle Käufer ausschließt.

Nun, ganz falsch ist es nicht, denn du schließt mit einer Nische bzw. deiner Positionierung tatsächlich so einige Kunden aus – jedoch nur diejenigen, die du sowieso nicht glücklich machen könntest.

Im Endeffekt ziehst du mit einer fokussierten Positionierung in einer Nische nur Traumkunden an, die genau DEINE Lösung von DIR haben wollen.
Ohne eine Nische würdest du nur Kunden anziehen, denen ausschließlich der Preis wichtig ist.
Diese Kunden sind jedoch random Bauchladen-Käufer, wertschätzen die Leistung (bzw. das Produkt) nicht und bringen dich von daher nicht weiter.
Sie schränken dich also nur ein und halten dich von einer Spezialisierung als Expert:in (ergo von einer Texter:in mit gerechtfertigten Expertenpreisen) nur ab.
Lass das auf keinen Fall zu, denn aus diesem Teufelskreis kommst du, einmal drin, sehr schlecht wieder raus.

Ok, genug der Theorie und Beispiele – jetzt geht’s ans Eingemachte:

Wie du (d)eine Nische findest

Es gibt jedoch keine Blaupause dafür und auch keine narrensichere Formel.
Am besten probierst du mehrere Herangehensweisen aus und schaust, was damit jeweils das Ergebnis ist.

  1. Du findest eine Nische, indem du die Faktoren „Thema“, „Zielgruppe“ und „Problem“ miteinander verbindest:
    z. B. nachhaltige Verpackungen für japanische Restaurants, die bei normalen Verpackungsläden weder kompostierbare noch spezielle Verpackungen für Sushi finden.
  2. Du kannst auch eine Nische ausschließlich über eine bestimmte Zielgruppe und deren Problem(e) finden:
    z. B. Yoga-Lehrer, Detox-Coaches und Ayurveda-Ernährungsberater  suchen Profis, die ihre Bloginhalte in ansprechende E-Books verpacken, dementsprechend gestalten und vermarkten.
    (Die scheinbar unterschiedlichen Themen haben eine gemeinsame Zielgruppe und sind auch thematisch miteinander verbunden.)
  3. Ebenfalls kannst du einen bereits besetzten (und nachgefragten) Markt für eine Dienstleistung für eine bestimmte Zielgruppe einschränken:
    z. B. Transkriptionsservice auf Podcasts spezialisiert oder SEO-Inhalte mit nachhaltigem Anspruch und auf nachhaltige Themen fokussiert.

Unterstützung zum Finden einer Nische

I know, selbst wenn du bisher bei allem verständnisvoll genickt hast, treiben dich vielleicht deine zahlreichen Ideen im Kopf immer noch in den Wahnsinn.
Da es einfach sooo viel gibt, das dich interessiert.

Keine Angst, damit bist du nicht allein.
Nicht jede:r hat eine Leidenschaft, die ihn seit Kindesalter begleitet, oder eine Passion, die ihn in jedem Lebensbereich begleitet.

Dazu will ich dir hier 3 Hacks an die Hand geben, die du ausprobieren solltest.

  1. Nutze das japanische Konzept „Ikigai“
    Ursprünglich bezeichnet es „das, wofür es sich zu leben lohnt“. Hört sich in unserem Kontext ein bisschen dramatisch an – hilft jedoch ungemein, falls man sich dem oben genannten Problem gegenüberstehen sieht.
    Denn damit kannst du mit Sicherheit so einiges ausschließen.
    Dein persönliches Ikigai als Texter:in ist die Schnittmenge aus 1) Themen, für die du dich interessierst (und die thematisch miteinander verbunden werden können, 2) Job-Art, die sich mit deinen Skills deckt (z. B. Copywriter), 3) Dienstleistungen, die auf dem Markt angefragt werden und 4) Lösungen, die die Welt einer bestimmen Zielgruppe besser machen.
  2. Durchsuche den Markt nach dem, was gefragt wird und worin Probleme bestehen, und analysiere inwiefern das mit deinen Skills und Interessen verbunden werden könnte.
    Dafür kannst du bspw. Foren oder FB-Gruppen nutzen oder auch Google bzw. AnswerThePublic oder AlsoAsked befragen.
    Im Endeffekt findest du so einerseits potenzielle Dienstleistungen (in einem bestimmten Bereich) und auch andererseits eine potenzielle Zielgruppe, die du mit dieser Dienstleistung glücklich machen könntest.
  3. Noch eine andere Herangehensweise ist denkbar, falls du bereits eine konkrete Vision im Kopf hast (aka ein Meta-Warum), inwiefern und worin du die Welt ein bisschen besser machen willst.
    Wenn du bspw. aus einer Branche kommst, in der immer wieder die gleichen Fehler begangen werden, für die du aber eine Lösung parat hast – wenn du z. B. aus der Marketingbranche kommst, bereits für ein paar Marketingagenturen als Texter:in gearbeitet hast und bei allen ein Problem im Briefing siehst, du jedoch als Texter:in genau weißt, woran es hier hapert. Das würde nach einer Nische plus USP nur so schreien. 😉

Fazit

Viiiele, viele Ideen, um jetzt auch selbst einen nächsten Schritt in Richtung deine eigene Nische zu machen!

Denn diese Überlegung bzw. Bestimmung ist die Basis für den Aufbau deines Portfolios als Texter:in.
Einerseits, um natürlich Referenzen und Beispielmaterial „in real life“ zu sammeln – andererseits, um zu testen, ob deine Wahl auch eine gute war oder sie noch einmal (entweder grundlegend, in Bezug auf die Einschränkung oder in Bezug auf die Zielgruppe) angepasst werden sollte.

Im Rahmen des Aufbaus deines Portfolios kannst und solltest du auf jeden Fall testen, was das Zeug hält, und dabei geduldig sowie verständnisvoll für eine Anpassung sein.
Erfolgreich bestimmen kannst du deine Positionierung sogar am besten, wenn du einmal hingefallen, daraus gelernt und danach dein Krönchen wieder gerückt hast.

In jedem Fall ist jede Überlegung für den Aufbau deine Personal-Brand Gold (und damit jede Sekunde) wert.
Denn das ist das, mit dem du dich nachhaltig als Expert:in positionieren und dein Ziel als Texter:in erreichen kannst!

You rock, los geht’s!

Erfolgsbranding
ist in
Elternzeit.

Meine Text- und Buchfeemarke ist durch diesen Umbruch erwachsen geworden. Zwischen Babyflaschen und Windeln ist nun ein Rebranding nötig:
„Erfolgsbranding 2.0 – für Mamas“, whoop whoop!

Finde mich und
meine Personal-Brand
bis zum Neustart 
HIER: