[Aktualisiert am 13. Februar 2024.]
Darf ich vorstellen, deine potenziellen neuen Feinde (manchmal auch im Kleid von alten Bekannten):
Perfektionismus, Impostordenken und Prokrastination.
Unangekündigt und unerwünscht klopfen sie an der Tür.
Und selbst wenn sie einmal abgewiesen wurden, kommen sie wie der Klischee-Avatar eines uneinsichtigen Staubsauger-Vertreters immer wieder.
Mit gnadenloser Nachdrücklichkeit.
Dafür hilft aber nicht der vermeintliche Gegenpart Ignoranz – denn ein Problem (insbesondere ein so unnachgiebiges) braucht andere Geschütze:
ein Erkennen & Akzeptieren – so paradox es sich anhört.
Du kannst also diese potenziellen neuen Feinde nicht einfach ignorieren und hoffen, ihnen dadurch aus dem Weg gehen zu können.
Lern sie erst einmal kennen, damit du sie:
- erkennen kannst, sobald sie mal wieder anklopfen,
- als potenzielle Feinde akzeptieren kannst,
- und schließlich auch eine Strategie für dich finden kannst, damit du ihnen die Tür in Zukunft nicht mehr öffnen musst.
PS:
Diese drei potenziellen Feinde gehen oft Hand in Hand bzw. bedingen sich gegenseitig.
Ganz besonders bedrohlich also, wenn sie im Dreierpack (oder auch als Team hintereinander) an deine Tür klopfen.
That said, let me introduce …
Feind #1: Perfektionismus
Wer kennt es nicht:
Man will etwas nicht nur so gut wie möglich, sondern wirklich perfekt machen.
(* Nicht angesprochen wird hier übrigens eine psychologische Zwangsstörung, die in einem narzisstischen Selbstverwirklichungstrieb enden kann.)
Man will etwas perfekt machen – entweder aufgrund seines eigenen Anspruchs, der natürlich nur das Allerbeste für sich selbst will, oder aufgrund der Angst, sonst von anderen als Dilettant gesehen zu werden.
»Ganz oder gar nicht.«
»Erst wenn es perfekt ist, dann …«
»Nur 100 % ist genug.«
Das große Problem dabei ist, dass ein Perfektionismus bei jeglichen Zielen, Plänen, Prozessen, Projekten etwas anvisiert, das utopisch, also gar nicht erreichbar, ist.
Mal abgesehen von der Zielerreichung (die aus diesem Grund dann nie erfolgt) hat ein Perfektionismus noch so einige andere Auswirkungen:
- du bist ineffizient, da du dich an Dingen aufhängst, die eigentlich bereits gut genug sind bzw. zu diesem Zeitpunkt gar nicht besser werden müssen
- du verschwendest deine gesamte Energie bei Versuchen, die nie das Licht der Welt erblicken
- du verpasst das sehr viel größere Potenzial, etwas in der Praxis aus Fehlern oder Learnings besser machen zu können
- deine Motivation schwindet, da sich Prozesse und Projekte ins Unendliche ziehen
- dein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein leidet, da du nie auf irgendetwas stolz sein kannst, da es ja nie vollendet bzw. gut genug ist
- eigentlich gesunde Selbstkritik wird zur unüberwindlichen Bürde
- zusätzliche Kritik von außen überwältigt dich komplett, da sie dich einerseits in deinen Zweifeln bestätigt und du sie auch noch persönlich nimmst (da die Kritik deiner Meinung nach ja zutrifft)
- du arbeitest dich tot bzw. bis zum Burnout und empfindest dich gleichzeitig als faul, da du ja nie etwas „zu Ende“ bringst
- und selbst wenn du etwas einmal vermeintlich vollendet hast, führt Perfektionismus dazu, dass du dich darüber gar nicht freuen kannst (da es ja (noch) nicht gut genug war)
- last but not least kannst du mit dem Feind Perfektionismus dein Business nicht wirtschaftlich führen, da du dich einerseits in unbedeutenden Kleinigkeiten verlierst und kostbare Zeit verschwendest und auch ein bei bestimmten Aufgaben sinnvolles Auslagern gar nicht in Erwägung ziehst, da ja nicht einmal DU es „perfekt“ machen könntest und du deswegen keinem anderen vertraust
Krass, wenn man sich das mal vor Augen hält, oder?
Erfolgreiche Menschen machen jedoch Fehler.
Und zwar sogar sehr viel mehr als andere – weil sie einfach generell mehr machen als diejenigen, die am Perfektionismus hängenbleiben.
Denn, dem Perfektionismus immer wieder die Tür aufzumachen, ist auch eine Täuschung von sich selbst.
Weil man doch super fleißig und busy ist – obwohl im Endeffekt nichts „gemacht“ wird.
Kennst du den Spruch „Taten zählen mehr als Worte“?
Man kann in seinem stillen Kämmerlein tausende Dinge aufschreiben und planen.
Sie werden jedoch erst durch ein tatsächliches Ausführen, d. h. durch dein Tun, zur Realität.
Lies diesen Abschnitt am besten gleich noch mal.
Feind #2: Impostordenken
Oft als Folge von Perfektionismus und noch öfter Hand in Hand ist ein weiterer ungebetener Gast vor deiner Tür Mr. Impostor.
Manchmal stellt er sich auch als Hochstapler-Syndrom vor oder verwendet den Decknamen Mogelpackungs-Phänomen.
Sobald du ihm die Tür geöffnet hast, sorgt er dafür, dass du (selbst wenn du keinem Perfektionismus unterliegst und tatsächlich bereits etwas geschafft und z. B. veröffentlicht hast) dies als entweder nicht verdient ansiehst oder aufgrund massiver Selbstzweifel nicht als gut genug anerkennst.
Jedoch in diesem Fall nicht aufgrund der Sache an sich, die als nicht genug erscheint.
Sondern aus einem generellen Bezweifeln deiner gesamten Persönlichkeit, deines Business oder sogar deiner Existenz.
Im Falle Impostor hast du also nicht das Gefühl, dass etwas von dir nicht gut genug ist, sondern du selbst.
Teilweise, weil du denkst, dass du Erreichtes nur durch Zufall oder Glück geschafft hast.
Oder dass du der:die Einzige auf der Welt bist, der:die die Wahrheit hinter deinem vermeintlichen Betrug kennt.
Mr. Impostor stellt sich sogar in unterschiedlichen Ausprägungen vor.
Manchmal nur in einer graduellen Abstufung deines Selbstbewusstseins über Erreichtes.
Manchmal aber auch in Form eines kompletten Anzweifelns deines Business oder gar deines Seins.
Im Endeffekt fördert bzw. bedingt dieser Feind Selbstsabotage und eine verzerrte Wahrnehmung.
Ein Grund, warum man Mr. Impostor immer wieder die Tür öffnet, ist u. a. ein ständiges Vergleichs- und dahingehendes Beurteilungsbestreben.
Das, mit dem man bspw. im Netz oder auf Social Media berieselt wird, wird irgendwann (unbewusst) als Norm aufgefasst, was zu einem negativen Selbstbild führt.
Denn andere sind immer besser.
Bei anderen sieht alles schöner aus.
Andere machen es richtig.
Nnnnnope.
Versteh mich nicht falsch:
Rückmeldungen (von anderen, jedoch insbesondere von Gleichgesinnten und von deiner Zielgruppe) sind super wichtig, um sich und seine Dienstleistungen weiterentwickeln und optimieren zu können.
Allerdings nicht in Form von zwingender Anpassung und auch nicht aufgrund des Drucks, dazugehören oder mithalten zu wollen.
Ganz im Gegenteil.
Denn sobald du etwas anders als andere machst und das auch selbstbewusst vertrittst, arbeitest du an deinem USP.
(Ein USP hilft dir also auch gegen ein potenzielles Impostordenken, da dabei gar keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen mehr besteht.
(Darum kümmern wir uns übrigens ausführlichst im „Positionierungs“-Meilenstein und bauen es im „Branding“-Meilenstein immer weiter aus.)
Kleiner Tipp am Rande:
Überprüfe jegliche Selbstkritik dahingehend, ob du sie auch einer nahestehenden Person so sagen würdest.
Sprich mit echten Menschen über das, was du schon geschafft bzw. erreicht hast.
(Denn, je mehr Menschen dir eine konstruktive Rückmeldung geben, desto eher glaubst du es auch irgendwann selbst. 😉 )
Impostordenken kann als Selbstständige:r fast selbstzerstörerisch sein.
Es kann dein Selbstbewusstsein und damit die Außendarstellung deiner Selbstständigkeit untergraben,
Und es kann dir dadurch die Chance auf deine Präsentation als Expert:in und dementsprechend auch das Aufrufen von Expertenpreisen verwirken.
Denn:
Wenn du dich nicht selbst als Expert:in siehst,
warum sollten das dann andere tun?
Feind #3: Prokrastination
Was sich hinter diesem so fachwissenschaftlich anmutenden Feind verbirgt, ist im Volksmund die „Aufschieberitis“.
Oft sind die Gründe für Prokrastination deren Freundesfeinde Perfektionismus und Impostor.
Allerdings liegt ein Aufschieben auch mindestens genauso oft an einem anderen Grund:
der Unfähigkeit oder dem Unwissen, Prioritäten zu setzen.
Das kann einmal daran liegen, dass man keinen wirklichen Plan hat, (dann auch noch gleichzeitig Mr. Impostor anklopft), man aber trotzdem busy sein will (denn erfolgreiche Selbstständige sind doch super busy, oder?) und automatisch jeder Task die höchste Priorität hat.
So beginnt der Tag jedoch nur.
Er endet aber in einer aufeinanderfolgenden Prokrastination, ohne irgendeinen Task tatsächlich beendet zu haben.
Produktivität: Fehlanzeige.
Was du dir als Selbstständige:r jedoch stets vor Augen halten musst:
Es wird immer, wenn nicht sogar täglich, unliebsame Aufgaben geben, die trotzdem gemacht werden müssen.
(»Oh ja, wie ich Buchhaltung hasse, haha.«)
Best Practice ist hierbei jedoch nicht ein Aufschieben und Ablenken mit anderen Dingen, sondern ein effizientes Erledigen oder (falls es jemand günstiger als dein interner Stundensatz anbietet und du darin investieren kannst) ein Auslagern.
Denn ein Aufschieben erledigt die Aufgabe nicht.
Und hält dich auch noch von (wahrscheinlich sogar sehr viel wichtigeren) Dingen ab.
Strategien, die dir dabei helfen können, mehr von dem, was du dir vorgenommen hast bzw. das, was ansteht, erledigen zu können:
- Ermögliche dir zur Motivation immer wieder (noch so) kleine Erfolgserlebnisse und unterteile alle deine Aufgaben in kleinere Teilaufgaben, damit du am Ende jeder Teilaufgabe die Rückmeldung von deinem Gehirn bekommst, etwas geschafft bzw. erledigt zu haben.
(Viele neigen nämlich unterbewusst dazu, kurzfristige Belohnungen als höher zu bewerten als zukünftige (nur potenzielle) Erfolge. Und dann wird z. B. die Erledigung des Abwaschs, was meistens weniger als 10 Minuten dauert, schnell anstatt der Erledigung der Buchhaltung eingeschoben, haha.) - Werde dir deiner Prokrastination bewusst und hinterfrage sie.
Warum hast du keine Lust oder keine Motivation, diese Aufgabe zu erledigen?
Welche Möglichkeiten hast du, um diesen Task erledigt zu bekommen?
Brauchst du dabei Unterstützung?
Solltest du aus zeiteffizienten Gründen die Aufgabe lieber jemand anderem überlassen und wäre dieses Outsourcing sogar günstiger als deine eigene Beschäftigung damit?
(Diese Fragen haben mir bspw. eindeutig mitgeteilt, dass es finanziell (und auch stressbedingt) besser ist, eine Putzhilfe zu engagieren, auch wenn sie natürlich ohne Berücksichtigung dieser Faktoren erst einmal als eine Luxus-Investition erscheint. Im Endeffekt war diese Investition aber schlauer, da keine Putzhilfe meinen eigenen Stundenlohn kostet.) - Teilweise verschieben wir Aufgaben einfach nur aus fehlendem Dringlichkeitsbedürfnis – was jedoch nur aus einem schlechten bzw. nicht existenten Zeitmanagement resultiert. Und ja, auch aus einer fehlenden Prioritätensetzung.
- Nutze To-do-Listen nicht als Beweis deines vermeintlichen „Busy-Seins“, sondern als tatsächliche Hilfe, deine anstehenden Aufgaben zu listen, zu ordnen, zu unterteilen und zu priorisieren.
(Google mal „Eisenhower-Matrix“ – mindblowing!) - Multitasking ist übrigens kein besonderer Skill, sondern die Königsdisziplin von Prokrastination:
eine (meist auch noch spontane) Ablenkung von Dingen und ein fehlender Fokus auf dem, was aktuell ansteht bzw. gerade bearbeitet wird.
Manche sind Meister dieser „Mehrfachaufgabenperformanz“. Allerdings ist dabei auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin und eine gewisse thematische Verbindung aller Aufgaben untereinander nötig – was jedoch bei vielen Tasks gar nicht gegeben ist.
Eine Meisterschaft, die du also besser im nächsten Leben angehst, haha. 😉
Grundsätzlich kann beim Feind Prokrastination (wie auch bei seinen Feindesfreunden Mr. Impostor und Perfektionismus) ein Tritt in den Allerwertesten Wunder wirken.
Und zwar nicht nur im antreibenden Sinne, sondern auch, um die drei mal kurzzeitig in die Flucht zu schlagen.
Momentan bin ich als deine persönliche Erfolgsbranding-„Partnerin in crime“ diejenige, die die drei ins Niemandsland befördert und dich wieder auf den richtigen Weg bringt.
Wie gesagt, super gern auch in einem persönlichen Gespräch in einer 1:1-Fragestunde mit mir.
Stell jedoch auch nach dieser Mindset-Masterclass (und auch währenddessen, wenn ich gerade nicht zur Stelle sein kann) sicher, dass du dir deine „persönlichen Krieger“ zur Seite stellst.
Denn, wie gesagt, nichts läuft in der Selbstständigkeit geradlinig.
Und gegen ein erneutes Anklopfen dieser Feinde an deiner Tür (was immer wieder passieren kann und auch wird) helfen nur erprobte Strategien, denen du hinsichtlich ihrer Wirksamkeit uneingeschränkt und bedingungslos vertrauen musst.
Du schaffst das, denn DU bist stärker und weißt nun, wie!
Ganz besonders, weil du nun diesen Artikel ein weiteres Mal lesen und ihn durch deine Selbstreflexion verinnerlichen wirst.
Alsooo, let’s go!


