Warum dein Zeitmanagement als Texter:in entscheidend ist

Planer für Zeitmanagement als Texter:in

[Aktualisiert am 22. Juni 2022.]

Netflix. Instagram. WhatsApp. YouTube. Und wie sie nicht alle heißen.

Die großen Ablenkungen meines Lebens.

Ich glaube fast, keine andere Generation hatte so sehr mit potenziellen Störquellen zu kämpfen wie unsere.
Ich muss ehrlich gesagt sogar mein Smartphone weglegen, sobald ich arbeiten will. Aber auch, wenn ich alles andere, was mich eventuell ablenken könnte, aus meinem Fokus verbanne.

Es passiert mir relativ häufig, dass ich am Ende des Tages das Gefühl habe, nichts geschafft zu haben. Zumindest nicht wirklich.
Dieses Gefühl, seine Zeit beziehungsweise seinen Tag nicht richtig genutzt zu haben, finde ich sehr bedrückend.
Vor allem fühlt es sich umso seltsamer an, wenn man den ganzen Tag eigentlich beschäftigt war.
Und trotzdem kommen dann am Abend diese Gedanken …

»Ich hätte auf jeden Fall noch diese eine Sache schaffen müssen.
Projekt X schiebe ich auch schon seit Ewigkeiten vor mir her.
Und Sport habe ich heute auch nicht geschafft. Mal wieder.«

Du ahnst es: Zeitmanagement als Texter:in ist eine Wissenschaft für sich.

Und gerade für uns als Freelancer ist Zeitmanagement noch einmal einen Tick wichtiger als für Arbeitnehmer in einem festen Beschäftigungsverhältnis mit fixen, aufgetragenen Aufgaben.
Immerhin müssen wir unsere Zeit selbst managen und dahingehend unsere Aufträge ausrichten.

Noch mehr Infos zu Klischee vs. Realität der Arbeit eines Freelancers erfährst du übrigens hier.

Fangen wir also mit den Basics des Zeitmanagements an

Was brauchen wir an Fähigkeiten, um nicht nur am Ende des Tages, sondern auch generell eine gute Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu kreieren?

Als ich als Freelancerin anfing, gab es für mich eine riesige Herausforderung, die mein Zeitmanagement als Texter:in unmittelbar (negativ) beeinflusste:
Meine Unfähigkeit, die Arbeit auch wirklich ruhen lassen zu können.

Weitläufig nennt man das auch „Feierabend machen“.
Ich konnte die Kunst des Feierabendmachens nicht. Zumindest nicht gedanklich. Selbst, wenn ich mit meinem Zeitmanagement perfect on time war. Und auch, wenn ich alle Tages- und Wochenziele akkurat eingehalten und erreicht hatte.

Dieses bestimmte Summen im Hinterkopf konnte ich nicht ausschalten.
Immer die Fragen, ob ich wirklich genug getan hatte. Ob ich jetzt wirklich die Beine hochlegen darf. Ob ich den Tag nicht noch besser hätte nutzen können. Nicht noch mehr Kunden an Land ziehen hätte können. Ob ich vielleicht nicht doch noch effizienter arbeiten könnte.

Kurzum: Zur Ruhe kommen, also wirklich zur Ruhe kommen, war kaum möglich.

In der Regel haben die wenigsten Freelancer ein Problem damit, sich hohe Ziele zu stecken, Pläne akribisch zu verfolgen und ohne Ende dafür zu arbeiten.

Zeitmanagement als Texter:in bedeutet dann aber oft auch:
„Wie kann ich noch mehr Arbeit effizient in meinen Tag quetschen, ohne dass ich zusammenbreche?“

Die Folge ist dann oft das schlechte Gewissen in der Freizeit. Oder, noch dramatischer, wir werden wie gelähmt.
Denn der Anspruch, perfekt effizient zu sein, kann auch mal so einschüchternd werden, dass wir gar nicht mehr ins Handeln kommen.

Was bedeutet also wirklich gelungenes Zeitmanagement als Texter:in?

Zeitmanagement meint übersetzt nichts viel anderes als:
Ich fühle mich als Herrscher bzw. als Herrscherin meiner Lebenszeit wohl. Meine Arbeits- und Freizeit ist in Balance.

Funktioniert dein Zeitmanagement als Texter:in nicht, funktioniert auch die Work-Life-Balance nicht.

Zeitmanagement gelingt für mich am besten, wenn ich verbindlich für mich festlege, was genug bedeutet.
Genug für einen Tag. Genug für eine Woche. Genug für einen Monat.

Wer sein eigenes Genug kennt, kann sich besser von den natürlich ineinanderfließenden Strömungen von Arbeit und Freizeit abgrenzen.

Als Freelancer wirst du viel wahrscheinlicher und heftiger damit zu kämpfen haben, dass du die Arbeit (gedanklich) nicht ruhen lassen kannst.
Deswegen brauchst du ein verbindliches wie auch realistisches Genug.

Ein Genug ergibt sich für mich aus dem Zusammenspiel aus Fokus- und Energiemanagement.
Vor allem die Kapazitäten unseres Fokus überschätzen wir oft dramatisch.

Wenn wir jedoch nicht fokussiert an unserer Arbeit sitzen, ist die Gefahr groß, am Ende nichts Brauchbares zu produzieren.
Und schon wird aus dem Gefühl, nicht viel geschafft zu haben, Realität.

Mit mehr Realismus zu mehr Work-Life-Balance

Klar, es ist immer gut, hohe Ziele zu haben.

Aber wir brauchen auch Schlaf. Und wir brauchen Zeit für uns, zum Essen, zum Trinken, zum Duschen. Zum Leben.
Und der Tag wird niemals mehr als 24 Stunden haben.

Sei also realistisch. Mit deinen Zielen. Aber vor allem mit deiner Selbsteinschätzung.

Beobachte dich:

 

  • Wie lange kannst du deinen Fokus wirklich auf deinen Aufgaben halten?
  • Was ist ein (kleines/eindeutiges) Signal, dass du eine Pause brauchst?
  • Wie kannst du deine Pausen so gestalten, dass sie auch wirklich eine erholende Qualität haben?
  • Wie viel Energie brauchst du für deine Arbeit insgesamt?
  • Wie viel Energie brauchst du, um dich zu erholen?

 

 

Fazit zum effizienten Zeitmanagement als Texter:in

All das sind wichtige Fragen, die du, meiner Meinung nach, für ein realistisches Zeitmanagement brauchst.

Im Prinzip geht es bei diesen Fragen darum, den DNA-Code deines Zeitmanagements zu entschlüsseln.
Jeder Mensch ist unterschiedlich in seinem Fokus- und Energieverhalten. Es kann dementsprechend nicht DAS eine Schema für ein gelungenes Zeitmanagement geben.
Nur du selbst kannst wissen, welches „Genug“ deine Work-Life-Balance-Waage auf einem gesunden Level hält.

Zum Glück leben wir in einem äußerst technisierten Zeitalter.
Es gibt unzählige Apps und Tools, die dir dabei Hilfestellungen an die Hand geben.
Sie können wirklich sehr nützlich sein, um dich aktiv durch den Tag und deine Wochen zu führen.

Vor allem in Hinblick auf Teamarbeit ist ein gutes Tool zur Organisation unumgänglich.
Dafür eignet sich beispielsweise Asana sehr gut. Dies ist eine sehr einfach zu bedienende Plattform, die dir bei deinen To-dos hilft, nicht mehr den Überblick zu verlieren.

Apropos Tipps und Tools: Hier findest du Tipps, wie du deine Zeit im Homeoffice erfolgreich nutzt.

Du siehst: Zeitmanagement als Texter:in ist mehr als nur ein guter Plan im Kopf.

Zeitmanagement ist vor allem die realistische Selbsteinschätzung, auf Grundlage derer man seine Ziele angehen kann.
Zeitmanagement bedeutet auch nicht immer „mehr, mehr, mehr“!
Zeitmanagement heißt vor allem auch Abgrenzung und Fokus.

Erlaube es dir. Du wirst erstaunt sein, wie viel Kraft du daraus schöpfen kannst.

Deine Work-Life-Balance wird es dir danken.

Ortsunabhängig arbeiten – Klischee vs. Realität von Freelancern

Ortsunabhängig arbeiten: Freelancerin Sandra in Hängematte

[Aktualisiert am 22. Juni 2022.]

Sommer, Sonne, Kokosnuss – mit dem Laptop in der Hängematte, das türkisfarbene Meer im Blick.
Und gleichzeitig das Konto füttern.

Willkommen im Leben des ortsunabhängig arbeitenden Digitalen Nomaden.

Schön, oder? Ist es auch.
Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Ich würde trotzdem gern vorschlagen, dieses traumhafte Bild um ein paar realitätsgetreue Informationen zu erweitern.

Der Strand-Traum mit Hindernissen

Zuallererst die Hängematte …

Ohne sportlichen Ehrgeiz ist es so gut wie unmöglich, in einer Hängematte zu arbeiten. Das Ding ahmt bei der kleinsten Bewegung Kontinentalverschiebungen nach.
Ich habe zwar schon ein paar Leute mit einem Gleichgewichtssinn aus Stahl gesehen, die das nicht stört. Ich hingegen konnte nie fokussiert in einer Hängematte arbeiten.

Dann der Strand …

Am Strand zu arbeiten, kann zuweilen auch sehr herausfordernd sein. Da wäre der Sand, der bei der ersten kleinen Windböe deinen Laptop bestäubt und dein Display zum Kratzbaum für die winzigen Körner umfunktioniert.
Erschwerend kommt (zumindest für die hellen Hauttypen) der Faktor Sonnencreme hinzu. Die verteilt sich in der Regel nach spätestens fünf Minuten Arbeit auf der gesamten Tastatur. Egal, wie lange sie vorher auf der Haut eingezogen ist — komischerweise. Meine Tastatur sah oft so ölig aus, als wollte ich gleich ein Steak auf ihr anbraten.
Ganz zu schweigen von der Sonne an sich. Die ist an vielen Traumdestinationen oft so hell, dass man kaum etwas auf dem Bildschirm erkennen kann.

Du siehst, es fängt schon bei den wirklich kleinen Dingen an.

Um das pittoreske Klischee-Bild des Digitalen Nomaden nachzuahmen, benötigt man also schon ein gewisses Schatten-, Sitz-, und Ortsmanagement.
Zu guter Letzt muss sich auch erst einmal ein Strand finden lassen, an dem man wirklich Ruhe hat. Keine Verkäufer einem ständig etwas andrehen möchten. Und keine Touristen mit Bose-Box im Anschlag lautstarke Völkerwanderungen unternehmen …

Die schöne, aber manchmal auch unbequeme Realität

Ortsunabhängiges Arbeiten – ob nun am Strand oder nicht – bedeutet für viele
kein eintöniger Alltag,
Freiheit,
die schönsten Orte der Welt
und Glück ohne Ende.

In aller Linie bedeutet ortsunabhängiges Arbeiten erst einmal:
ein Maximum an Eigenverantwortung und Selbstorganisation.
Gern auch mal vor dem Hintergrund der Zeitverschiebung. Auf Fidschi und in Neuseeland habe ich nicht selten nachts um zwei Uhr Gespräche mit Kunden aus Deutschland geführt.

Gleichzeitig ist es unumgänglich, dass man Strategien entwickelt, um auch wirklich zu arbeiten und sich nicht von dem Urlaubs-Vibe anstecken zu lassen. Der schwirrt so gut wie immer um einen herum. Ich habe viele Touristen mit dem großen Talent getroffen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen:
»Jetzt komm doch mit. Morgen kannst du immer noch arbeiten und diese fabelhafte Tagestour wird es wert sein!«, hieß es viel zu oft.

Die Verlockung, heute mal nicht zu arbeiten, ist wirklich überall.
Und ja, irgendwie tut es auch kurz etwas weh, wenn man den anderen bei ihrem Aufbruch zum Abenteuer nur hinterherwinkt. Und stattdessen nur eine Excel-Tabelle auf einen wartet.

Bekommt man diesen Spagat jedoch geregelt, ist die Freizeit umso schöner.
Nichts entspannt mehr, als sich nach einem langen Arbeitstag (oder auch gerne mal in der Pause) schnell aufs Surfbrett zu stellen, tauchen zu gehen oder die schöne Gegend mit einem kleinen Spaziergang zu erkunden.
Das ist dann wirklich dieses sagenumwobene Freiheitsgefühl, das einen mit Lebendigkeit flutet.
Das macht das Leben des Digitalen Nomaden wirklich so besonders.

Anderes Arbeiten und anderes Sozialleben – alles ortsunabhängig?

Nur weil man nicht zwangsweise nach klassischen „9 to 5“-Maßstäben arbeitet, arbeitet man jedoch noch lange nicht weniger. Im Gegenteil.
Schließlich müssen auch noch Dinge wie Schlafplatz, Visa, Reiserouten etc. immer wieder neu angepasst werden. Selbst wenn man nicht ständig unterwegs ist.

Ich habe sowieso nur wenige Digitalen Nomaden getroffen, die wirklich jede Woche ihren Arbeitsplatz verlagern und weiterziehen.
In der Regel mag der Nomade auch das angedeutete Gefühl von Beständigkeit. Und eine zumindest einigermaßen vertraute Umgebung.
Schließlich ist die wirklich vertraute Umgebung viele tausend Kilometer weit entfernt. Kontakt mit Freunden und Familie findet oft nur digital bei Skype und WhatsApp statt.

Wer ein gewisses Grundrauschen an Veränderungen im sozialen Leben nicht mag, wird es als Digitaler Nomade wahrscheinlich schwer haben. Insofern man keinen festen (Arbeits-)Partner an seiner Seite hat, zumindest.

Nicht selten hatte ich mich in einem Coworking-Space endlich an alle gewöhnt und es hatte sich auch eine Art Alltag etabliert, da verließen die liebsten Kollegen schon wieder den Platz. Neue Freunde zu suchen, gehört ebenso dazu.

Dafür hat man im Prinzip jeden Tag die Chance, unfassbar freundliche, offene und hochgradig inspirierende Leute kennenzulernen.
Der Austausch mit diesen ist oft einmalig.
Vielleicht sind viele Begegnungen nicht sehr lang. Dafür können sie auch sehr viel intensiver sein, wenn der Zeitfaktor ständig über der Interaktion mitschwebt.

Klischees und Vorurteile des ortsunabhängigen Lifestyles

Digitaler Nomade ist kein Beruf.
Es handelt sich um eine Art zu arbeiten.
Ein Digitaler Nomade kann Programmierer, Blogger, Lektor, Trader, Sales Manager oder YouTuber sein. Die Liste lässt sich fast ewig fortführen.
Manche arbeiten in einer Festanstellung, als Freelancer oder auch als selbstständige Unternehmer.
Was sie alle neben der Selbstdisziplin vereint, ist wahrscheinlich die Neugierde auf Neues und die Abenteuerlust.

Wenn DU übrigens wie ich aus dem Schreibbereich kommst und dich genauso wie ich als Freelancer im Schreibservice (ortsunabhängig) selbstständig machen willst, wäre der etwas andere Weg von Mentorin Sandra vielleicht etwas für dich!

Du siehst also:
Realität und Klischee hängen zwar miteinander zusammen. Oft muss man jedoch genauer hinsehen, um wirklich einen guten Einblick zu bekommen.

Ich persönlich würde allerdings nicht mehr auf das ortsunabhängige Arbeiten verzichten wollen.
Dafür muss man schließlich auch nicht unbedingt weit in die Weltgeschichte hinaus.
Aber ich könnte jederzeit – wenn ich will.

Wenn du noch mehr über die tatsächliche Realität von ortsunabhängigen Freelancern erfahren und dich vielleicht auch selbst zu Wort melden willst, dann schau in unserer kleinen, aber feinen Facebook-Gruppe vorbei.

Gemeinsam macht alles einfach viel mehr Spaß!